Kommentar

Beuel ist jetzt gefordert

Flamencogruppe Spanischer Elternverein

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Bonn. Erstmals seit 1989 wird dieses Jahr das Promenadenfest in Beuel nicht stattfinden. Was ist zu tun?

Die Absage des Promenadenfests ist den Verantwortlichen im Stadtbezirk sicherlich nicht leicht gefallen. Denn die Erkenntnis, dass die Vereine kaum noch Lust haben, sich und ihre Arbeit am Rheinufer zu präsentieren, ist aus Beueler Sicht als Pleite zu werten und nagt am Selbstbewusstsein der Einheimischen.

Die Menschen auf der Schäl Sick sind nämlich seit ewigen Zeiten zu Recht stolz auf ihr Vereinsleben, auf ihre Geselligkeit und die damit verbundene Lebensfreude. Fast 200 Vereine garantieren ein ausgewogenes gemeinschaftliches Miteinander. Wer mitmachen will, den lässt man mitmachen. Das zeichnet Beuel gegenüber allen anderen Stadtbezirken besonders aus.

Und nun das: Das Fest des Stadtbezirks fällt aus. Was ist schiefgelaufen? Die Antworten sind vielschichtig. Das Konzept ist nach 28 Jahren massiv erneuerungswürdig, und die Anzahl derer, die sich an der Organisation und Durchführung von Vereinsfesten beteiligen, ist überschaubarer geworden. Dorf- und Bezirksfeste haben nicht mehr den gesellschaftlichen Stellenwert wie vor 30 Jahren. Nahezu jedes Wochenende gibt es irgendwo im Stadtgebiet von Bonn ein Mega-Event. Da muss man nur hingehen und feiern. Und das ist einfacher, als selbst ein Fest aufzubauen, Bier zu zapfen, die Stände wieder abzubauen und dafür auch noch Standgebühren an die Stadt zu zahlen.

Was ist zu tun? Das Promenadenfest braucht wieder einen Publikumsmagneten, ein Alleinstellungsmerkmal. Erinnern wir uns an 1989: Zur Premiere des Promenadenfests, das erstmalig zur 2000-Jahrfeier Bonns veranstaltet wurde, ritt die Kavallerie der Beueler Stadtsoldaten eine Quadrille am Rheinufer. Weitere Highlights wie Bullenreiten, Wasserspringen und Freiluft-Judo folgten in den Jahren. Davon ist nichts mehr übrig geblieben.