Ehemalige Realschule

Berufskolleg-Ableger soll nach Beuel kommen

Die verlassene Realschule in Beuel: Jetzt gibt es Pläne, dort einen Teilbereich des Robert-Wetzlar-Berufskollegs anzusiedeln.

Die verlassene Realschule in Beuel: Jetzt gibt es Pläne, dort einen Teilbereich des Robert-Wetzlar-Berufskollegs anzusiedeln.

Beuel. Die Politik sorgt sich um das ehemalige Realschulgebäude an der Rölsdorfstraße. Es steht seit eineinhalb Jahren leer. Jetzt gibt es Pläne, dort einen Teilbereich des Robert-Wetzlar-Berufskollegs dort anzusiedeln.

Bedenken von Eltern der städtischen Realschule Beuel waren am Dienstagabend Thema im Schulausschuss. Eine der vielen Fragen: Trifft es zu, dass wegen Raummangels an der Realschule Unterrichtstunden in der Mensa stattfinden müssten?, hakte der Bürger Bund Bonn (BBB) nach. Wie berichtet, ist die Realschule Beuel im Sommer 2017 aus ihrem alten Gebäude an der Rölsdorfstraße in die Räume der Anne-Frank-Schule an der Adelheidisstraße gezogen. Die dortige Hauptschule war aufgelöst worden. Am neuen Standort herrschte jedoch sofort Raummangel.

Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) stellte Mitte 2018 für zwei Klassen Container als vorübergehende Unterrichtsräume auf. Der Schule stehe heute das ursprünglich festgelegte Raumprogramm zur Verfügung, deshalb dürfte ein Ausweichen in die Mensa nicht erforderlich werden, antwortete nun die Verwaltung im Schulausschuss auf die Anfrage.

Die bisher durch die Schule genutzten Container würden jedoch im Frühjahr von ihrem Standort entfernt, führte die Verwaltung aus. Gründe seien mikrobakterielle Einträge, also Schimmelsporen, sowie starker Nagetierbefall. Bis dahin könnten sie jedoch „unter Berücksichtigung gewisser durch ein Gutachterbüro definierter Maßnahmen“ vorerst weiter durch die Schule genutzt werden.

Diese Maßnahmen seien: eine stündliche Lüftung, nachts und am Wochenende der Einsatz von speziellen Raumluftfiltern sowie eine Intensivierung der Unterhaltsreinigung. Die Maßnahme, die Containerklassen abweichend von der ursprünglichen Planung zu ersetzen, werde voraussichtlich 100.000 Euro inklusive Fachplaner kosten. Derzeit würden als Ersatz zwei Klassenräume in Temporärbauweise errichtet, die im Februar 2019 bezugsfertig sein sollen, erläuterte ein Verwaltungsmitarbeiter im Ausschuss.

Der Bürger Bund Bonn hakte nach, auf welcher fachlichen Expertise Ende 2017 die Stellungnahme der Stadt zu den Messergebnissen der Raumluftbelastung durch Asbest beruht habe. Wie berichtet, waren damals Asbestfasern im beschädigten Wandputz von Klassenräumen entdeckt worden. Eltern hatten sich um die Gesundheit ihrer Kinder Sorgen gemacht. Der von der Stadt beauftragte Gutachter hatte erklärt, es müsse schon nahezu Gewalt angewendet werden, damit Asbestfasern frei werden könnten. Der bei der Elterninformation anwesende Gutachter habe seinerzeit den Ablauf des genormten Verfahrens erläutert, antwortete die Stadt. Die darauf folgende Probenentnahme sei dann durch dasselbe Sachverständigenbüro erfolgt.

Auf die Nachfrage, wer künftig das ehemalige Gebäude der Realschule an der Rölsdorfstraße nutzen werde, berichtete die Verwaltung, dass sie mit dem Robert-Wetzlar-Berufskolleg im Gespräch sei. „Wir legen großen Wert auf eine schulische Nachnutzung des Geländes“, sagte der Ausschussvorsitzende Tim Achtermeyer. Mit einer Nutzung des Geländes durch das Bildungsprojekt Bonneum, einem Teilbereich des Kollegs, und die anliegende Paul-Gerhardt-Schule wäre dieser Wunsch erfüllt. Die Kombination würde weiterhin einen attraktiven Schulstandort Beuel sicherstellen.