Gebäudes an der Beueler Straße

Bauvoranfrage für THW-Neubau

BEUEL. In der lange währenden Geschichte des THW-Gebäudes an der Beueler Straße wird nun ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Wie Frank Buch von der Niederlassung Köln des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) berichtet, erstellt der BLB NRW derzeit eine sogenannte Bauvoranfrage für einen Neubau.

"Diese wird über die Bezirksregierung Köln an die Stadt Bonn zur weiteren Abstimmung und zum Erhalt einer späteren Baugenehmigung gestellt", erklärte Buch.

Bereits im Frühjahr 2014 waren in einem Gutachten erhebliche Mängel an der Unterkunft aufgezeigt worden, so dass die Jugendgruppe diese damals mit sofortiger Wirkung nicht mehr betreten durfte. Im Rahmen eines vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) Niederlassung Köln in Auftrag gegebenen Gefährdungsgutachtens wurde die Immobilie des THW an der Beueler Straße untersucht.

Bei den in dem Gutachten aufgeführten Mängeln handelt es sich unter anderem um die Sanierung der Elektroanlage, der brandschutzmäßigen Ertüchtigung von Wänden, dem Verschluss von Wand- und Deckenöffnungen und Türen. "Die Arbeiten sind weitestgehend umgesetzt, so dass einer weiteren Nutzung der Liegenschaft für maximal vier Jahre nichts entgegen spricht", erklärte Buch. Eine Gesamtsanierung sei jedoch aufgrund der Bausubstanz und auch der fehlenden Flächen wirtschaftlich nicht rentabel. Auf dem Gelände müsse neu gebaut werden.

"Das THW hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) vor rund einem Monat beauftragt, ein neues Gebäude und eine neue Fahrzeughalle auf dem THW-Gelände zu planen und zu errichten", sagte Marc Bujack von der THW-Geschäftsstelle in Köln. "Der Bau wird durch das BLB durchgeführt. Ziel ist es, erst das Sozialgebäude zu errichten und umzuziehen. Danach wird das bestehende, alte Gebäude abgerissen und auf der Fläche eine Fahrzeughalle errichtet", so Bujack weiter, dessen THW-Geschäftsstelle im Landesverband Nordrhein-Westfalen unter anderem für Bonn und Beuel zuständig ist.

Die Bima ist die Vermieterin des Gebäudes. Die Beteiligten - Landesbauverwaltung und Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW sowie die Bima - hatten sich geeinigt, die Liegenschaft bis zum beabsichtigten Neubau wenigstens provisorisch wieder so herzurichten, dass sie von den ehrenamtlichen Helfern genutzt werden kann. Die Bima hatte dem THW nach dem Gutachten als wirtschaftlichste Variante den Neubau einer Unterkunft in Beuel vorgeschlagen. Das Genehmigungsverfahren werde sich hinziehen, hatte Bujack bereits vor eineinhalb Jahren angekündigt, da mehrere Bundesbehörden beteiligt seien. Bei Bauten auf bundeseigenem Grund würde mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren bis zur schlüsselfertigen Übergabe gerechnet, so der THW-Geschäftsführer.

Bonns SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber (SPD) hatte bereits im Frühjahr berichtet, dass der THW-Standort von dem in diesem Jahr startenden Bau- und Sanierungsprogramm des Bundes profitieren werde. "Das THW Beuel erhält die Finanzmittel für einen Neubau, der noch in diesem Jahr beauftragt werden kann", berichtete Kelber aus der beschlossenen Prioritätenliste des THW. "Der Neubau ist längst überfällig. Die Liegenschaft ist in einem sehr schlechten Zustand", weiß Kelber aus mehrmaliger eigener Anschauung. "Das THW leistet seit Jahren eine unendlich wertvolle Arbeit für die Bonnerinnen und Bonner. Jeder, der sich an die schlimmen Hochwasser in Bonn erinnert, wird mir zustimmen. Wer sich ehrenamtlich so engagiert wie das THW, der hat Anspruch auf gute Rahmenbedingungen. Dazu gehören auch eine gute Unterkunft und Infrastruktur", so Kelber.