Plastiktütenfreie Stadt Bonn

Bürgerausschuss beschließt entsprechenden Antrag

Im Plastik-Kostüm warb Bärbel Goddon (rechts) mit Erika Luck-Haller für das Anliegen der Initiative.

BEUEL. Über einen Etappensieg freuen sich die Mitglieder des Netzwerks "Plastiktüte? Nein danke!": Der Bürgerausschuss beschloss am Dienstagabend einstimmig ihren Antrag, gestellt vom Verein Abenteuer Lernen, wonach die UN-Stadt Bonn "mit geeigneten Maßnahmen auf eine plastiktütenfreie Stadt" hinwirken soll.

Die FDP enthielt sich der Stimme. Ihre Vertreter mahnten an, dass derartige Entscheidungen den Bürgern überlassen werden sollten und sprachen von Verbotspolitik. Der jugend- und finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Achim Kansy, spricht sogar von einer "Farce".

Er verweist auf Äußerungen des Umweltbundesamtes, dass ein Plastiktütenverbot lediglich in Küstenregionen für sinnvoll hält, denn von dort gelangen die Tüten ins Meer, wo sie tatsächlich ein Problem darstellen würden. "Von unseren Plastiktüten landet keine einzige im Meer, da uns schlicht der Zugang zu diesem fehlt", so Kansy. Sie würden in der Müllverbrennungsanlage verbrannt und liefern Strom und Fernwärme.

Erika Luck-Haller vom Verein Abenteuer Lernen betonte jedoch, dass es nicht um Verbote geht, sondern um "Kommunikation und Bildung". Es solle ein Bewusstsein für das Problem geschaffen und für ressourcenschonende Verhaltensweise geworben werden. "Wir möchten keine Rohstoffvergeudung", sagte Luck-Haller. Die Stadt Bonn sieht die Initiative skeptisch und nur begrenzte Einflussmöglichkeiten.

Gabriele Klingmüller (SPD) und Dieter Steffens (CDU) gaben unisono zu Protokoll, dass die Initiative bei ihren Parteien "offene Türen" einrenne. Gabriele Albert-Trappe (Grüne) verwies darauf, dass Bonn als UN-Stadt der "Nachhaltigkeit verpflichtet" sei. Norbert Volpert (Grüne) regte konkret an, auf dem Wochenmarkt anzufangen und diesen frei von Plastiktüten zu machen. Eberhard Luithlen (Linke) forderte von der Stadt Vorschläge zur Umsetzung ein.