Beueler Koalition lehnt Vorschlag der Grünen ab

Bürgeramt soll Bücherei werden

Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Schließung der Bürgerämter in den Bezirksrathäusern - auf dem Foto das im Beueler Rathaus - wird von der Beueler Mehrheitskoalition mitgetragen. FOTO: MAX MALSCH

Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Schließung der Bürgerämter in den Bezirksrathäusern - auf dem Foto das im Beueler Rathaus - wird von der Beueler Mehrheitskoalition mitgetragen.

BEUEL. Mit Sorgen blicken die Koalitionäre im Stadtbezirk Beuel auf die Aktivitäten der Bonner Grünen zum Thema Büchereien-Schließung.

 Der Vorschlag von Grünen- Ratsherr Tim Achtermeyer, die beiden Beueler Bezirksbibliotheken im Brückenforum und in der Gesamtschule zu schließen und stattdessen eine Kinder- und Jugendbibliothek im Rathaus zu eröffnen, stößt bei der Mehrheitskoalition aus CDU, SPD und FDP auf strikte Ablehnung. Die Idee wird aber von der Verwaltung geprüft.

"Das geht mit uns nicht. Da bin ich aber mal gespannt, wie sich die Beueler Grünen am Mittwoch in der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel bei dem Thema verhalten werden", erklärte Bezirksbürgermeister Guido Déus bei einem Pressegespräch zwischen Vertretern der Koalition und dem GA. Für das bürgerliche Lager ist die Entscheidung gefallen: Die Bezirksbücherei im Brückenforum soll geöffnet bleiben, und die Bibliothek in Beuel-Ost soll in die Trägerschaft der Gesamtschule übergeben werden.

Gefragt, ob die Schulleitung diesem Vorschlag bereits zugestimmt hat, antwortete Déus: "Nein, noch nicht, aber es gibt erste Signale in diese Richtung." SPD-Fraktionschef Dieter Schaper verdeutlichte, dass die Koalition derzeit nach Wegen sucht, um der Gesamtschule das Angebot schmackhaft zu machen. Man könne sich durchaus vorstellen, dass die Schule für eine Übergangszeit Geld oder eine Halbtagskraft von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommt.

Ein Übergang in die Trägerschaft der Schule hätte den Vorteil, dass auch die erfolgreich praktizierte Leseförderung und die Oberstufenräume in der Bücherei erhalten blieben, so Schaper. Nach Aussage von Zehiye Dörtlemez (FDP) würde es ausreichen, wenn sich die Öffnungszeiten der Bücherei in Beuel-Ost an denen der Gesamtschule orientierten. Das "Beueler Modell" wird laut Déus in Bonn "heiß diskutiert", aber man wolle diesen Weg am Mittwoch in der Bezirksvertretung beschließen, um ein starkes Signal in Richtung Bonn zu geben.

"Wir erkennen den Sparzwang der Stadt an und tragen unseren Teil dazu bei. Wir wollen aber den Vorschlag der Verwaltung ändern. Statt der Bücherei im Brückenforum soll die Bibliothek in der Gesamtschule aus der städtischen Trägerschaft entlassen werden", betonte Déus.

Auch beim Thema Bäderschließung will die Beueler Koalition einen anderen Weg gehen als die Stadtverwaltung. "In Beuel wird weder das Ennertbad noch die Beueler Bütt geschlossen. Das steht auch so im Bonner Koalitionsvertrag zwischen CDU, Grünen und FDP", sagten Déus, Schaper und Dörtlemez übereinstimmend. Einzige Ausnahme: Sollte in Beuel das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene neue Kombibad errichtet werden, dann könnten die beiden heutigen Bäder geschlossen werden, so Déus.

Die von der Stadtverwaltung aus Kostengründen vorgeschlagene Schließung der Bürgerämter in den Bonner Stadtbezirken trägt die Mehrheitskoalition mit. "Wenn die Stadtverwaltung pro Woche einmal mit einem mobilen Service nach Beuel kommt und alle entsprechenden Dienstleistungen, wie zum Beispiel Passangelegenheiten anbietet, reicht das aus", glaubt Déus.

Wichtig ist für die Vertreter der drei Koalitionsparteien, dass die Bevölkerung erfährt, dass die Bezirksverwaltungsstelle im Rathaus von den Schließungsplänen nicht betroffen ist. "Bürgeramt und Bezirksverwaltungsstelle werden gerne als identische Einrichtungen betrachtet", weiß der Bezirksbürgermeister. "Wir nehmen die Sparbemühungen der Verwaltung ernst, aber wir wollen kleine Korrekturen an den Inhalten vornehmen. Wir vertreten die Devise »Kreatives Sparen«", so Schaper.

Die Grünen haben in der Fraktion ihre Vorgehensweise auch bereits abgestimmt: "Die Grünen freuen sich, dass auch dieses Jahr alle Freibäder geöffnet werden können. Die Öffnungszeiten sind allerdings dem Spardruck geschuldet. Der geplante Ein-Schicht-Betrieb von 12.30 bis 19 Uhr scheint aber ein guter Kompromiss zu sein", meinte die Fraktionssprecherin Doro Schmitz.

"Wir begrüßen das Angebot der Schwimm- und Sportfreunde (SSF), die Beueler Bütt ab 2016 betreiben zu wollen", so der Bezirksverordnete Michael Seeland. Beim Thema Stadtteilbibliotheken wollen sich die Beueler Grünen noch nicht festlegen. Derzeit würden verschiedene Alternativen geprüft.