Heimatmuseum Beuel

Aus Liebe zur Heimatgeschichte

BEUEL. Am 7. Juni 1986 wurde das erste stadtgeschichtliche Museum Bonns eröffnet. Der runde Geburtstag wird natürlich gefeiert - nicht nur mit Rückblicken.

Liebevoll und detailgetreu. Nostalgie und Moderne. Seit 30 Jahren begeistert das Heimatmuseum Beuel große und kleine Besucher, Alteingesessene und Neubürger, Schulkinder und Hochzeiter. Als das Heimatmuseum am 7. Juni 1986 zum ersten Mal seine Pforten öffnete, war das gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere: Es ist im ältesten noch stehenden Fachwerkhaus Beuels beheimatet, und es war das erste stadtgeschichtliche Heimat- und Freilichtmuseum Bonns.

Träger des Museums ist der Heimat- und Geschichtsverein Beuel. Ehrenamtlich engagieren sich dort zahlreiche Menschen seit 50 Jahren dafür, ein Stück Heimatgeschichte zu bewahren und die Historie Beuels zu dokumentieren. 1947 versammelte Professor Heinrich Neu geschichts- und heimatinteressierte Bürger, um die lokale Geschichte zu bewahren. Die Sammlung von Bildern, Schriften, Büchern, Münzen wuchs und wuchs. Auch größere Objekte wurden gestiftet. Der Heimatverein präsentierte von Beginn an Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Doch wohin mit der Sammlung?

Ein Offizier vom Scheitel bis zur Sohle

Die Idee für ein Museum entstand, doch fehlte die geeignete Räumlichkeit. „Anfang der 80er Jahre kaufte der Architekt und Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Haese, das denkmalgeschützte Fachwerkhaus Steinerstraße 36“, erinnert sich Gertrude Jöbsch, Geschäftsführerin des Heimatvereins. 1984 wurde beschlossen, dass dort ein Heimatmuseum errichtet werden sollte. Nun musste noch ein Museumsleiter gefunden werden. „Bei einer Führung durch das Bonner Münster fiel Professor Neu ein Herr auf, der sehr viel fragte und sich interessiert zeigte. Er sprach ihn an, und beide waren begeistert voneinander“, erzählt Jöbsch. Der Mann war Richard Wagner, ein Schlesier, der aber schon lange in Beuel lebte. „Er war ein Offizier vom Scheitel bis zur Sohle – immer korrekt. Ihm gelang es, wunderbare Mitarbeiter für das Museum zu gewinnen, die teilweise bis zu zehn Stunden täglich dort arbeiteten“, berichtet Sybille Marks vom Heimatverein.

Der pensionierte Wagner selbst betrachtete den Aufbau des Museums als zweite Lebensaufgabe. Ein ausführliches Gutachten wurde vom späteren Vereinsvorsitzenden Eckehard Spengler erstellt, und am 21. Februar 1985 wurde das Beueler Heimatmuseum anerkannt und in den Museumsplan von Nordrhein-Westfalen aufgenommen, wodurch öffentliche Förderung ermöglicht wurde.

Am 7. Juni 1986 war es dann soweit, das Heimatmuseum wurde feierlich eröffnet und 400 Besucher wollten dabei sein. Am folgenden Tag kamen fast 1000 Gäste.

1989 übergab die Stadt Bonn das zuvor erworbene benachbarte Backsteinhaus Steinerstraße 34 an den Heimatverein. Am 11. November 1991 wurde der erste Spatenstich zum Bau der Museumsscheune gesetzt. „Diese Fachwerkscheune stand ursprünglich in Wachtberg. Dort konnte man sie aber nicht erhalten. Sie wurde dann Stein für Stein abgetragen und in Beuel wieder aufgebaut“, sagt Gertrude Jöbsch. Am 30. September 1995 übergab Architekt Ernst van Dorp den Schlüssel zum fertigen Bau. Gleichzeitig zog die Geschäftsstelle des Vereins in das benachbarte Torhaus. Es wurde als Zimmermannsfachwerk mit Feldbrandziegeln errichtet.

Die Scheune ist neben Ausstellungs- auch Veranstaltungsraum etwa für Lesungen oder für Trauungen, die der heutige Museumsleiter Hans Lennerz ab 2006 ermöglichte. Er war es auch, der, ein Jahr nach dem Tod Richard Wagners im Jahr 2003, erreichte, dass die Steinerstraße 34-36 in Wagnergasse 2 und 4 umbenannt wurde. Im Beueler Heimatmuseum wurde ein neues Museumskonzept verwirklicht. „Die Räume sind so eingerichtet, dass man meinen könnte, die Groß- oder Urgroßeltern hätten das Haus soeben verlassen“, beschreibt es Hans Lennarz treffend. Das Alltagsleben der Beueler steht im Vordergrund. Das Museum ist so liebevoll eingerichtet, und die Besucher können so viele wunderbare Dinge entdecken. „Ohne das aufopfernde ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter könnte dieses Kleinod nicht bestehen“, sagt Volker Engel, Vorsitzender des Heimatvereins.