Platanenweg Beuel

Asbest-Kontrolle im Hochhaus

In dem Hochhaus am Platanenweg laufen derzeit Sanierungsarbeiten.

In dem Hochhaus am Platanenweg laufen derzeit Sanierungsarbeiten.

Beuel. Asbest vermutet ein Anwohner im Hochhaus am Platanenweg 29, dem ehemaligen Sanitätsamt, und hat eine Beschwerde bei der Bezirksregierung hinterlegt. In dem Hochhaus laufen derzeit Sanierungsarbeiten.

Auf Nachfrage bestätigte die Pressestelle der Bezirksregierung in Köln jetzt, dass die Baustelle im Juli zweimal kontrolliert wurde. Die für Arbeitsschutz zuständigen Mitarbeiter der Bezirksregierung hätten von dem Bauleiter und vom Architekten erfahren, dass eine der involvierten Firmen „ein Nachunternehmen mit dem Abbruch von Asbest-Zementplatten beauftragt hat“, sagt Sprecher Dirk Schneemann. „Ob und in welchem Umfang Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien durchgeführt worden sind, ist Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen.“ Auf die Frage, ob die Nachbarn um das Hochhaus möglicherweise durch in die Luft gewirbelten Asbeststaub oder andere Schadstoffe belastet wurden, erklärt Schneemann: „Dazu liegen uns keine Erkenntnisse vor.“

Bei den beiden Kontrollen auf der Baustelle sei der Bauleiter darüber informiert worden, dass er bei Asbestarbeiten arbeitsschutzrechtliche Pflichten habe. Dazu gehöre, dass das ausführende Unternehmen Tätigkeiten mit Asbest bei der Bezirksregierung anzeigen müsse. „Derzeit liegen uns keine Anzeigen vor“, so Schneemann.

Für die Überwachung der fachgerechten Entsorgung von Asbest ist die Stadt zuständig. In ihrer Stellungnahme zu Anfragen von Bürger Bund Bonn und Grünen zum Thema Asbest im Hochhaus Platanenweg bestätigt die Verwaltung, dass die Entsorgung der angefallenen asbesthaltigen Abfälle kontrolliert worden sei. „Die fachgerechte Entsorgung wurde nachgewiesen.“ Die Bezirksregierung hat bei beiden Visiten auch die Arbeitsschutzbedingungen der rund 20 Arbeiter auf der Baustelle überprüft. Festgestellte Mängel seien sofort behoben worden.

Anders jedoch, als die Verwaltung in ihrer Stellungnahme angibt, hat die Bezirksregierung keine Unterbringung der zumeist ausländischen Arbeiter in Containern vorgeschlagen. Vielmehr sind sie auf einer Etage im Hochhaus untergebracht. Derzeit ist es die dritte Etage, weil dort keine Arbeiten durchgeführt werden, „Ihnen stehen sowohl Schlafgelegenheiten als auch sanitäre Einrichtungen zur Verfügung“, erläutert Schneemann. Diese Möglichkeit sei einer Unterbringung in Containern vorzuziehen.

Der eigentliche Umbau des Hochhauses – derzeit werden lediglich Sanierungsarbeiten durchgeführt – hat allerdings noch nicht begonnen. Die Baugenehmigung fehlt noch. Der Eigentümer, laut Verwaltung die Rigi Property GmbH aus Essen, will das einstige Bürogebäude in ein Studentenwohnheim mit 249 Apartments umbauen. „Bislang war der Brandschutz noch nicht abschließend geklärt“, teilte Marc Hoffmann vom städtischen Presseamt auf Anfrage mit. Vergangene Woche hätten nochmals Gespräche stattgefunden. „Die korrigierten Unterlagen erwarten wir.“ Es ist geplant, die bestehenden 16 Stockwerke um zwei weitere aufzustocken. Auf der Südseite sind zusätzlich Balkone geplant.