Flugverkehr aus Hangelar

Anwohner klagen über zunehmenden Lärm

Beuel. Anwohner klagen bei einer Bürgerversammlung über den zunehmenden Fluglärm von Maschinen, die vom Flugplatz Hangelar aus starten und landen. Die Grünen wollen eine neue Initiative starten.

Lange herrschte Ruhe, zumindest was den Protest gegen den Fluglärm aus Hangelar angeht. Denn Ruhe herrscht noch immer nicht in den Wohngebieten rund um den Flugplatz. Deshalb hatte Florian Schaper von der Grünen Jugend in die Gaststätte Treffpunkt Rosen in Holzlar eingeladen. Professor Detmar Jobst, Mitglied des Lärmschutzbeirats sowie des Aufsichtsrats des Flugplatzes Hangelar, sowie Stadträtin und Beueler Bezirksverordnete Doro Schmitz erklärten den lärmgeplagten Anwohnern, welche Möglichkeiten sich eröffnen, um den Lärm zumindest ein Stück weit zu reduzieren.

Seit mehr als 15 Jahren versucht Jobst den Lärm des Flugplatzes zu reduzieren. Er ist nicht nur selbst Anwohner, sondern weist auch als Arzt auf die gesundheitlichen Auswirkungen dauerhaften Lärms hin. Bislang ohne großen Erfolg, denn die Anwohner, die an diesem Abend gekommen sind, klagen weiterhin über immensen Luftverkehr. Vor allem an den Wochenenden, wenn sie selbst ihren Garten zur Erholung nutzen möchten, kreisten etliche Flieger über die Wohngebiete.

"Die sind viel zu niedrig“

„Der Lärm ist unerträglich“, sagt eine Anwohnerin aus Vilich. „Man kann noch nicht einmal in Ruhe draußen frühstücken“, sagt eine andere. Ein Anwohner nickt zustimmend. „Ich kann sogar die Nummern an den Flugzeugen erkennen, die sind viel zu niedrig“, merkt ein Anwohner an. Anhand der Kommentare könne man sehen, wie emotional das Thema in den belasteten Orten empfunden werde, sagt einer. Die Menschen seien es satt, in ihrer Freizeit von den lärmenden kleinen einmotorigen Maschinen belästigt zu werden.

Jobst kennt das Problem. Seine Ausführungen unterlegt er mit etlichen Folien, die er an die Wand projiziert. Eine davon zeigt Flugbewegungen über Geislar, Vilich und anderen Orten. Es sind Bewegungen der sogenannten Platzrunde, die die Piloten für den Landeanflug nutzen. Und er nennt eine Quelle, die jedem zugänglich sei. „Flightaware ist eine Software, die privat organisiert ist. Die Ergebnisse sind vielleicht nicht ganz so genau wie die der Bundesämter, aber anhand dessen können wir nachvollziehen, welcher Flieger wann über Beuel flog und welche Flughöhe er dabei hatte“, erklärt Jobst. Denn in bewohnten Gebieten darf die Flughöhe nicht unter 300 Metern liegen.

"Flieger halten sich an Routen"

Dass der Flugverkehr mehr geworden ist, zeigt Jobst anhand einer anderen Folie. Demnach gab es 2017 in Hangelar 35.887 Starts. Eine extreme Steigerung in den vergangenen zehn Jahren. Möglichkeiten, mit denen er sicher ist, die Verantwortlichen dazu zu bewegen, den Lärm künftig zu reduzieren.

Lärm ist ein Thema, dessen ist sich auch Flieger Konrad Sauter bewusst. Er war einziger Vertreter der Flieger aus Hangelar. 80 Prozent der Maschinen am Platz seien bereits lärmgedämmt, meint er. Außerdem hielten sich die meisten Flieger an die vorgegebene Route halten, da auch sie ein Interesse daran hätten, die Menschen im Umkreis nicht zu belästigen. Als die Stimmung an diesem Abend zum Teil ziemlich hochkocht, versucht Serge Mpouma, Vorsitzender des Bürgervereins Geislar, die Wogen ein wenig zu glätten und plädiert dafür, miteinander zu reden, um langfristig zu einer Lösung zu gelangen.