Kosten von 350.000 Euro

Anbau für das Jugendzentrum "Haus im Park" in Neu-Vilich

In der Küche des Hause im Park ist kein Platz.Das soll sich mit dem neuen Anbau ändern.

In der Küche des Hause im Park ist kein Platz.Das soll sich mit dem neuen Anbau ändern.

Beuel. Seit 2012 wird diskutiert, jetzt naht die Entscheidung: Den Ratsgremien der Stadt Bonn liegt der Beschlussvorschlag für die lang ersehnte Erweiterung des Jugendzentrums „Haus im Park“ (HiP) in Neu-Vilich vor.

Für 350.000 Euro soll die städtische Einrichtung in der Maria-Montessori-Allee, die vom Verein Kleiner Muck seit Jahren erfolgreich geführt wird, durch einen Anbau vergrößert werden. Gibt die Politik ihre Zusage – und davon ist nach GA-Informationen auszugehen – will die Verwaltung einen ehrgeizigen Zeitplan in Angriff nehmen. Und zwar soll der Anbau zwischen den Terminen der Green-Juice-Festivals 2018 und 2019 (jeweils im August) gebaut werden, um gegenseitige Störungen zu vermeiden.

Dass der Bedarf für eine räumliche Erweiterung vorliegt, ist schon seit Jahren unbestritten. An Spitzentagen besuchen bis zu 90 Kinder die Jugendeinrichtung, die über gerade einmal 72 Quadratmeter verfügt. Beim gemeinsamen Kochen können längst nicht alle Kinder mit in die Küche, für Projekte wie beispielsweise Theateraufführungen gibt es erst recht keinen Platz. Gerade im Winter, wenn viele Aktivitäten im Inneren stattfinden, wird deutlich, in welch beengten Verhältnissen das pädagogische Team im Jugendzentrum HiP arbeiten muss. Deshalb soll der Anbau insbesondere altersspezifische Angebote ermöglichen und die Einrichtung so auch für Jugendliche bedarfsgerechter und attraktiver machen.

Gemeinsam mit dem Verein Kleiner Muck schlägt deshalb die Stadtverwaltung der Politik vor, einen zentralen Mehrzweckraum mit offener Küche zu bauen, wo auch eine Bühne aufgestellt werden kann. Hinzu kommen sollen ein Medienraum und Abstellräume. Die Offene Jugendarbeit im HiP zeichnet sich neben den Standardangeboten (Spiel-, Sport-, Koch- und Bastelangebote) insbesondere durch vielfältige jugendkulturelle Angebote wie zum Beispiel Theateraufführungen, Konzerte, Poetry Slams, Hörspielprojekte, Bandcoaching aus. Für diese Angebote ist ein entsprechend großer Raum für Bühne, Technik und Publikum erforderlich.

Küche nur eingeschränkt geeignet

Aufgrund der derzeitigen Raumsituation können einige dieser Angebote nur extern angeboten werden. Gerade im Sinne einer niedrigschwelligen Zugänglichkeit der Offenen Jugendarbeit sollen diese Angebote verstärkt auch im HiP angeboten werden können. Um die Nutzbarkeit des Hauses durch besondere Veranstaltungen nicht mehr als notwendig einzuschränken, ist eine mobile Trennwand im Mehrzweckraum erforderlich. Durch diese wird es ermöglicht, Proben oder Aufbauten für Veranstaltungen und Vorstellungen parallel neben dem offenen Betrieb durchzuführen.

Die beiden Gruppenräume im Bestandsgebäude sollen künftig für besondere Angebote (Kreativangebote, Rückzugsraum für Jugendliche) oder Projekte genutzt werden. Aufgrund ihrer Größe (je 18,53 Quadratmeter) sind sie zur Durchführung der oben beschriebenen jugendkulturellen Angebote nur sehr eingeschränkt oder nicht geeignet und bieten keine Möglichkeit einer altersgruppengerechten Differenzierung.

Die im Bestandsgebäude vorhandene Küche eignet sich auch nur sehr eingeschränkt, um Kochangebote gemeinsam mit den Besuchern durchführen zu können. Die offene Küche im neuen Multifunktionsraum ist daher bedarfsgerecht geplant.

Terrasse wird erweitert

Die Entwurfsplanung sieht vor, einen eingeschossigen Anbau an das bestehende Gebäude zu errichten. Die Verbindung zwischen den beiden Baukörpern erfolgt über die derzeitige Küche, welche abgebrochen wird. Im Neubau werden zwei Abstellräume, ein Kochbereich mit offener Küche zum Aufenthaltsraum sowie ein Medienraum erstellt. Im Süden wird die bestehende Terrasse erweitert, um einen zusammenhängenden Außenbereich zu schaffen. Die Fassade des Neubaus wird mit einer Putzfassade versehen. Die Planung wird mit der Behindertengemeinschaft Bonn abgestimmt.

„Wir sind alle sehr glücklich darüber, dass sich jetzt doch etwas bewegt“, freut sich Katrin Birkhölzer, Bereichsleiterin Kinder- und Jugendarbeit beim Verein Kleiner Muck, dem Träger des Jugendzentrums. Denn eigentlich hatte das Team noch vor einigen Monaten die Mitteilung erhalten, dass sich so schnell nichts an der prekären Situation ändern wird. Jugendamtsleiter Udo Stein und Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus hatten 2017 nochmals nachgehakt und sich für den Anbau eingesetzt. Stein: „Die Räumlichkeiten sind viel zu beengt. Wir hätten gerne bereits früher eine Lösung für das Jugendzentrum gefunden.“