Traditionsreich wie die Uni Bonn

Adelheidis-Chor feiert 200-jähriges Bestehen

Der Adelheidis-Chor freut sich auf das Konzert an diesem Samstag. Gesungen wird die C-Dur-Messe von Anton Bruckner.

Der Adelheidis-Chor freut sich auf das Konzert an diesem Samstag. Gesungen wird die C-Dur-Messe von Anton Bruckner.

VILICH. Das Adelheidis-Chor an St. Peter zu Vilich feiert sein 200-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr wird mit einem Konzert an diesem Samstag, 3. März, um 18 Uhr in der Kirche St. Peter eingeleitet.

Zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen: „Seit 200 Jahren bereichert der Adelheidis-Chor durch seinen Gesang und die musikalische Mitgestaltung die Liturgie an der Stifts- und Pfarrkirche St. Peter“, sagt Michael Dörr, Pfarrer von Vilich und Präses des Adelheidis-Chores. Es ist eine Zeit der großen Veränderungen und Neuordnungen. Napoleon war besiegt, der Wiener Kongress ordnete 1815 Europa neu, legte neue Grenzen der Länder fest. Das Jahr 1818 steht in Bonn und Vilich im Zeichen zweier bedeutender Gründungen. In Bonn entsteht die Rheinische-Friedrich-Wilhelm-Universität und in Vilich schließen sich Musikfreunde zum Adelheidis-Chor zusammen.

„Damit ist er einer der ältesten und traditionsreichsten Chöre des Rheinlandes“, stellt Rainer Maria Kardinal Woelki fest. „In diesem Zeitraum hat der Chor unzählig viele Menschen zum Mitsingen im Chor selbst und bei den Gottesdiensten bewegt. Es zählt zu den großen Verdiensten dieses Chores, Menschen über den Weg der Musik zu Gott und ins Leben zu führen“, würdigt der Kardinal die Bedeutung des Chores. Den 200. Geburtstag begeht der Chor mit einem Festjahr, das an diesem Samstag beginnt.

Beim Adelheidisfest singt der Chor ab 18 Uhr die C-Dur-Messe von Anton Bruckner gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Josef aus Beuel in der Stifts- und Pfarrkirche Vilich. Anschließend gibt es einen Empfang im Haus der Begegnung. Bis in den November tritt der Adelheidis-Chor mehrfach auf, um mit den Menschen zu feiern.

Viele musikalische Höhepunkte

Zudem liegt eine umfangreiche Festschrift vor, die die Geschichte des Chores detailliert dokumentiert. Demnach wurden „Kirchensänger“ 1818 erstmals im Kirchenbudget urkundlich erwähnt. Es war eine bewegte Zeit: Die alte Pfarrkirche St. Paulus war 1765 durch Hochwasser eingestürzt. So durfte die Pfarrei die Stiftskirche nutzen. „Der Gesang muss dort volltönend geklungen haben, waren es doch damals noch ausschließlich Männer, die die Gottesdienste mit ihrem Gesang feierlich gestalteten“, heißt es in der Chronik.

Der Adelheidis-Chor war später Ausgangspunkt für neue Chorgründungen wie den Kirchenchor an der Filialkirche in Pützchen, den Männergesangverein „Eintracht Vilich“ zu Geislar. 1902 wurde der Adelheidis-Chor um einen Damenchor ergänzt. Es entstand der gemischte Chor.

Unter den Nationalsozialisten litten viele Vereine – so auch die Vilicher. „Die Zahl der Mitglieder wurde immer kleiner und die Leistungen des Chores immer schwächer. Dazu kam der unselige Krieg, der fast das gesamte Chorleben zum Erliegen brachte. Aber trotz allem hielten immer noch einige treu zur Fahne“, heißt es in der Chronik. Nach dem Krieg begann das Vereinsleben neu, mit Höhen und Tiefen. 1976 wurde der Name des Chores geändert in „Adelheidis-Chor an St. Peter zu Vilich“. In den Folgejahren gab es viele Auftritte, Konzerte und Ausflüge. 1983 wurde den Chor im Aachener Krönungssaal die Zelter-Plakette überreicht.

Seit 1997 arbeitet der Kirchenchor Geislar mehr und mehr mit den Vilichern zusammen. Die Musiker begeistern jährlich beim Adelheidisfest ihr Publikum. 2015 fiel das Fest genau auf den 5. Februar, den 1000. Todestag der heiligen Adelheid. Für das Jubiläum wurde die Spatzenmesse von Mozart einstudiert. Auch in diesem Festjahr sorgt der Adelheidis-Chor für viele musikalische Höhepunkte. Seit dem 1. Mai 2017 ist Alexander Olligschläger neuer Chorleiter, Küster und Organist.