Heimatverein Bonn-Oberkassel

900 historische Bilder digitalisiert

OBERKASSEL. Geschichte wird lebendig, Geschichte wird modern. Nachdem der Heimatverein Bonn-Oberkassel im vergangenen Jahr bereits eine Mammutaufgabe erledigt hat, nämlich 100 Jahre Oberkasseler Zeitung und einige Videos zu digitalisieren, folgt nun der reichhaltige Fundus des Bilderarchivs.

Rund 900 historische Aufnahmen hat ein Siegburger Experten bereits in die Archivierungsmethoden des 21. Jahrhunderts überführt. Im kommenden Jahr sollen dann etwa 4000 Dias sowie große Mengen noch nicht erfassten Materials bearbeitet werden.

"Die Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich", sagt Sebastian Freistedt, Vorsitzender des Heimatvereins Oberkassel. Durch die moderne Datenverarbeitung werde es überflüssig, bei einer Recherche die Originale in die Hand zu nehmen.

"Das ist wichtig, denn durch die Berührung mit den Händen und der Belichtung während der Benutzung kommt es zwangsläufig zu kleinen Abnutzungserscheinungen, die die Originale über die Jahre und Jahrzehnte schädigen", so Freistedt. Außerdem erhöhe die Methode die Sicherheit.

Denn selbst wenn ein Original verloren gehen sollte, sei immer noch die digitale Kopie vorhanden. Durch mehrfache Sicherung an verschiedenen Standorten sei es somit fast unmöglich, ein Bild für immer zu verlieren.

"Und auch die Leistungsfähigkeit unseres Archivs wird gesteigert, da man in Zukunft ein Bild innerhalb weniger Sekunden aufspüren kann, während man früher eventuell Stunden damit verbrachte, das richtige Exemplar in einer Bilderkiste, einem Negativstreifen oder einer Diabox zu suchen", erklärt der Heimathistoriker. Doch die Digitalisierung koste auch eine Menge Geld: "Wir müssen uns deshalb genau überlegen, welche Bilder wir zuerst angehen und wie wir das finanzieren."

Deswegen wirbt der Heimatvereinsvorsitzende um die Unterstützung der Oberkasseler in Form von Spenden: "Wir freuen uns über jeden Euro und jedes neue Mitglied, das unsere Ziele unterstützt." Schließlich profitiere die gesamte Oberkasseler Bevölkerung von diesem Projekt, denn jeder könne sich an den Heimatverein wenden, wenn er zum Beispiel erfahren möchte, ob sein Haus bereits im 19. Jahrhundert auf einem der Bilder zu sehen ist.

"Die ältesten Bilder, die der Verein verwaltet, dürften aus dem Jahr 1850 stammen, und bieten somit einen Einblick in eine längst vergangene Zeit", erklärt Sebastian Freistedt.