Musikliebhaber in Beuel

500 Besucher bei Plattenbörse im Brückenforum

Auf der Suche nach Raritäten auf Vinyl: Rund 500 Besucher kamen zu der Schallplattenbörse ins Brückenforum.

Auf der Suche nach Raritäten auf Vinyl: Rund 500 Besucher kamen zu der Schallplattenbörse ins Brückenforum.

Beuel. Bei der Plattenbörse im Brückenforum wechseln begehrte Einzelstücke und frisch Gepresstes die Besitzer. Das Event findet seit fast 30 Jahren statt.

Rock, Pop, Funk, Soul, Klassik, Schlager und weitere Musikrichtungen erwarteten die rund 500 Besucher der Plattenbörse im Brückenforum am Wochenende. Mit einigen Pausen findet dieses Event in Bonn seit etwa 30 Jahren unter der Federführung von Ulrich Lauber statt.

In dieser Zeit hat sich analog zur Musikmarktentwicklung einiges getan. Während die Börse in den ersten Jahren eher ruhig war, sind die Besucherzahlen nunmehr auf ein mittleres Niveau gestiegen. Das mag einerseits am Bekanntheitsgrad der inzwischen etablierten Veranstaltung liegen. Andererseits haben sich Speicherung und Abruf von Musik insgesamt vom physisch fassbaren zum virtuellen Medium gewandelt, was nicht jedem liegt.

Mancher möchte, anstatt Musik zu streamen, die Klänge real und haltbar besitzen, was am ehesten mit einer Schallplatte möglich ist. „Außerdem ist es ein ganz anderes Gefühl, das Auflegen einer Platte zu zelebrieren, als ein Stück banal auf dem Handy einzuschalten“, erklärte ein Besucher.

Diesen Trend haben viele Musiker erkannt. Deshalb lassen sie ihre Kreationen wieder gezielt auf Vinyl pressen. Nachdem in den Jahren rasanter technischer Entwicklung etliche Schallplattenpressen vom Markt verschwanden, stellt sich für diese Künstler nun ein Kapazitätsproblem. Die Wartezeit für die Produktion einer Scheibe liegt wegen der begrenzten Ressourcen vielfach bei mehr als einem Jahr.

Für die Besucher der Börse spielen diese Entwicklungen jedoch eine nebensächliche Rolle. Einige suchen gezielt nach bestimmten Alben, andere sind erpicht auf eine bestimmte Pressung aus einer bestimmten Charge, die gut und gerne 120 Euro oder noch mehr kosten kann. Annabelle Steffes-Halmer und ihr Mann hatten etwa eine Stunde im Brückenforum zugebracht und zehn Schallplatten für ihre Sammlung gefunden. Beethovens Fünfte hatte die junge Frau „immer mal gesucht, weil ich die unbedingt auf Platte haben wollte“, berichtete sie. Nicht alle Neuerwerbungen in der Tasche hätten sie gezielt gesucht, erklärte ihr Mann. Man stöbere und fände oft auch das, was man eigentlich nicht gebraucht hätte, die Sammlung aber trotzdem bereichert.

Für den Organisator Alexander Lauber ist die Börse im Beueler Brückenforum einer von bis zu 35 Börsenterminen im Jahr. Zusammen mit seinem Vater wechselt er sich an den Wochenenden ab. „Unsere Besucher kommen aus allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten“, berichtet Lauber. Es gebe sogar einige, die ausschließlich zu Händlern gehen, die neu gepresste Platten anbieten. Ebenso sind natürlich Schnäppchenjäger und Sammler aller Altersklassen von 14 bis 90 Jahren dabei, die auf ganz spezielle Funde in den Angeboten der rund 40 Händler mit jeweils mehreren tausend Scheiben hoffen.