Quartiersentwicklung

40 Teilnehmer diskutieren über die Zukunft Beuels

Beuel. Beim ersten Speeddating tauschen sich die Beueler über die Zukunft ihres Stadtbezirks aus. Dabei äußerten sie viele Ideen für die Quartiersentwicklung. Bald soll es eine Wiederholung des Formats geben.

Sehr engagiert diskutierten rund 40 Teilnehmer beim ersten Speeddating zur Zukunft Beuels in der Brotfabrik. Die Veranstalter zeigten sich mit der Resonanz sehr zufrieden – vor allem angesichts der hohen Temperaturen – und denken über eine Wiederholung nach. „Einen solchen Workshop zur Zukunft Beuels wird es auf jeden Fall noch einmal geben“, sagte Guido Preuß vom Vorstand der Brotfabrik und Mitorganisator des Speeddatings am Ende der Veranstaltung. Diejenigen, die sich an den Gesprächen beteiligt haben, hätten „wunderbare Ideen“ eingebracht.

25 Minuten hatten die Besucher Zeit, sich mit fachkundigen Bürgern über ihre Ideen oder auch Wünsche zu unterhalten. Wenn danach eine Glocke ertönte, mussten sie wechseln. Die Diskussionsthemen wurden zuvor gesetzt. Es ging um Wohnen, Integration, Klima und Umwelt, um Stadtentwicklung, aber auch Kultur, Mobilität und Geschäfte in Beuel sowie einige andere Themen. „Die Ergebnisse werden ausgewertet und rückeingespeist in die bereits tätige Initiative Quartiersentwicklung Beuel, wo die verschiedenen Akteure wie die Gewerbegemeinschaft Beuel, die Brotfabrik, das Baumhaus, das junge Theater sowie das Pantheon zusammenarbeiten“, sagte Preuß.

Eine Besucherin hatte Notizen zum Thema Wohnen hinterlassen. Für sie ist es unerklärlich, warum nicht mehr bezahlbarer Wohnraum entstehe, warum nicht innovativer an die Sache herangegangen werde. So könnte die Stadt etwa Grundstücke aus Erbpacht für Bauprojekte zur Verfügung stellen. Auch warum Stadtplanung so endlos dauere, ist ihr ein Rätsel.

Ein Tisch hatte die meisten Notizen gesammelt: An der Mobilität hapert es offenbar in Beuel. Dabei ging es den Besuchern nicht nur ums Fahrradfahren, auch der Raum für Fußgänger war ihnen ein Anliegen. „Radfahrer und Fußgänger fühlen sich oft nicht sicher hier im Bezirk“, sagte Uli Kindermann, der den Tisch leitete. Es müsse mehr Gleichberechtigung unter allen Verkehrsteilnehmern geben. Erstaunlich fand er, dass niemand gefordert hatte, dass für Autofahrer mehr getan werden müsse. Die Prioritäten in den Augen der Bürger hätten sich in den vergangenen Jahren offenbar verschoben.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, mit denen etwas verändert werden kann. So erklärte ein Besucher am Klimatisch seine Idee, dass zum Beispiel Dönerläden, von denen es einige in Beuel gibt, ihre Ware nicht mehr in Alufolie verpacken sollen. Die lande nämlich überall in der Stadt, nur nicht im Müll.

Auch Frust ließen einige Besucher los. Zum Beispiel am Tisch für Stadtentwicklung. Dort meinte eine Besucherin, dass sie den Eindruck habe, dass die Stadt sich nicht richtig kümmere, sondern den Bürgern immer ein paar Häppchen hinwerfe, damit sie sähen, dass etwas getan werde, aber es sei eben nicht konsequent und unausgegoren. Konkrete Beispiele nannte sie nicht.

Trotz der Hitze waren einige Beueler gekommen, nur von Stadt und Politik ließ sich niemand blicken. „Es ist schon bemerkenswert, dass sowohl aus der Politik als auch von den von der Stadt beauftragten Büros niemand vor Ort erschienen war und partizipiert hat. Dabei sollten sie genau daran Interesse haben. Auch für die Politik hätte es sehr interessant werden können“, sagte Preuß enttäuscht. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass sie weitermachen werden und auch einen solchen Workshop wiederholen.

Das Speeddating war nicht die einzige Aktion an diesem Nachmittag in der Brotfabrik. In der Theaterwerkstatt präsentierten einzelne Gruppen das Kursprogramm der Brotfabrik und im Anschluss hatten alle Gelegenheit, in verschiedene Tanzgruppen hineinzuschnuppern.