Vierspuriger Ausbau in Beuel

24 Bäume an der B 56 müssen weichen

Die geschützten Birken entlang der B 56 müssen für den vierspurigen Ausbau gefällt werden.

BEUEL. 24 Alleebäume sollen entlang der B 56 in Vilich-Müldorf gefällt werden. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung zur kommenden Sitzung des Landschaftsbeirats hervor. Denn dort, wo die Birken, Ahorne und Buchen jetzt stehen, will der Landesbetrieb Straßen NRW die Bundesstraße vierspurig ausbauen.

Mit den vorbereitenden Maßnahmen zum Ausbau soll ab dem Sommer begonnen werden, der erste Bauabschnitt ist aber erst für das Jahr 2016 vorgesehen. Wenn alles nach Plan verlaufe, sagte Frank Laufenberg vom Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage, könnte die insgesamt 3,75 Millionen Euro teure Maßnahme im Jahr 2017 abgeschlossen sein. Zurzeit wird dort noch eine neue Untertunnelung der Straße für den Mühlenbach gebaut.

Wie berichtet, wird von der Kreuzung B 56/Am Herrengarten aus gesehen die Sankt Augustiner Straße in beide Fahrtrichtungen auf einer Länge von 250 Metern vierspurig verbreitert. Was so viel bedeutet: Autofahrer aus Richtung Hangelar fahren dann ab dem Mühlenbach auf einem 500 Meter langen Teilstück bis zur Autobahnauffahrt A 59 zweispurig. Autofahrer, die von der Autobahn oder aus Richtung Bonn kommen, können 500 Meter zweispurig in Richtung Hangelar fahren. Es ist beabsichtigt, später den Ausbau bis zur Kreuzung Kautexstraße fortzuführen.

Im Zusammenhang mit dem vierspurigen Ausbau plant der Landesbetrieb auch den Neubau eines Rad- und Gehwegs entlang der B 56 zwischen der Schevastesstraße und der Einmündung in die Straße "Am Herrengarten". Diese Kreuzung muss außerdem komplett umgebaut werden. In einem ersten Schritt, mit dem nun doch erst im Frühjahr 2016 begonnen werden soll, wird das erste Stück des Rad- und Gehwegs sowie der Bereich an der Autobahnauffahrt zur A 59 gebaut, in einem zweiten Abschnitt folgt der vierspurige Ausbau bis zum Mühlenbach. Doch in diesem Jahr soll erst einmal eine Behelfbrücke über die Bundesstraße zur Gesamtschule gebaut werden, denn die jetzige Fußgängerbrücke wird abgerissen. Außerdem werden an der Nordseite Lärmschutzwände gebaut. Noch müssten allerdings Vereinbarungen mit der Stadt Bonn abgeschlossen, die Entwürfe für den Lärmschutz und die Fußgängerbrücke fertiggestellt und die Ausführungsplanung für den Ausbau erstellt werden, sagte Laufenberg.

Die Bäume - es handelt sich um Hängebirken, Spitz- und Berg-ahorne, Rotbuchen und Apfelbäume - stehen dort, wo gebaut werden soll. Östlich der Kreuzung in Richtung Hangelar handelt es sich um elf Bäume einer geschützten Allee, die auch im Alleenkataster eingetragen ist. Auch die 13 anderen Bäume westlich der Kreuzung fallen nach Einschätzung der Bezirksregierung Köln unter den gesetzlichen Alleenschutz, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Doch die Entfernung sei für den Ausbau zwingend erforderlich. Als Ausgleich sollen dann 28 neue Ahornbäume gepflanzt werden, 20 im Bereich der Böschung des zukünftigen Lärmschutzwalles, acht weitere entlang des Rad- und Gehwegs.

Wenn der Landschaftsbeirat am 11. März der Fällung zustimmt, werden aber nicht gleich alle Bäume entfernt, so Laufenberg. "Wir wollen erst einmal nur die Bäume fällen, die vom Bau der Brücke und der Lärmschutzwände betroffen sind." Eigentlich sind ab dem 1. März bis zum 30. September laut Bundesnaturschutzgesetz keine Rückschnitte mehr erlaubt. Doch dem Landesbetrieb sei eine Verlängerung des Frist bis Ende des Monats in Aussicht gestellt worden. Die restlichen, umfangreicheren Rodungen sollen dann erst ab dem Herbst dieses Jahres durchgeführt werden, so dass dann mit den ersten Bauarbeiten im Frühjahr 2016 begonnen werden kann.