Baustelle in Vilich

21,50 Meter Kanal unterquert Bahndamm in Beuel

Beuel. Die Vorbereitungen zum Bau der S13 laufen weiter. Die Stadt Bonn bohrt unter dem Bahndamm an der Gerhardstraße durch. Der Bahnverkehr wurde gesperrt.

Seit Ende November wird an der Verlegung des Mischwasserkanals an der Gerhardstraße gearbeitet, um das Baufeld für den Ausbau der S-Bahnlinie 13 freizumachen. Erst hatte der Kampfmittelräumdienst das Umfeld der geplanten S13-Trasse im Bereich des Friedhofs Platanenweg auf eventuell noch verbliebene Kriegsmunition untersucht und freigegeben. Dann war der Weg frei: Am Freitagabend konnten mit dem Aufbau des Bohrkopfes einer 50 Tonnen schweren Rohrvortriebsmaschine die Vorbereitungen getroffen werden, um den Bahndamm zu unterqueren.

Mit einer Vollsperrung der Bahnstrecke ging es dann am Samstagabend um 18 Uhr los. Es mussten 15 jeweils 2,50 Meter breite und 30 Tonnen schwere Kanalrohrabschnitte in das Erdreich unter den Gleisanlagen eingepresst werden. Die Rohrvortriebsmaschine höhlte mit ihrem „Schremme“ genannten Bohrkopf das aus purem Sand-Kies-Gemisch bestehende Erdreich mit einem Kreisprofil von drei Metern Durchmesser aus. Damit wurde der Raum für die speziell für diesen Kanal angefertigten Segmente geschaffen.

Bis zum Sonntagabend wurden 21,50 Meter Kanallänge durch einen Pressdruck von etwa 300 Tonnen erstellt. Die Gesamtlänge von Schacht zu Schacht beträgt 39 Meter. „Die Baumannschaft arbeitet in Tag- und Nachtschichten rund um die Uhr“, erklärte Nicolas Vallender vom Tiefbauamt der Stadt Bonn. Nur die etwa 250 Kubikmeter Sand, die aus dem Erdreich mit einer Lore abtransportiert werden, bleiben noch vor Ort in einem Zwischenlager, so Vallender weiter. Auf diese Weise soll die Nachtruhe für die Anwohner nicht durch an- und abfahrende Lkw's gestört werden.

Strecke soll Mittwoch wieder frei sein

Für eventuell auftretende Bodensetzungen an den Gleisen wurden am Sonntag Stopfkolonnen und Stopfmaschinen eingesetzt, die den Schotter unter den Gleisen ergänzten und verdichteten. Ab Montag, 12 Uhr, wird die DB auf der Bahntrasse eine Langsamfahrstrecke einrichten und kontrolliert dabei die Gleise mit einem Vermessungstrupp auf mögliche Setzungen. Am Mittwoch um 10 Uhr soll die Strecke wieder für alle Geschwindigkeiten freigegeben werden, so der Plan.

Da die Start- und Zielbaugruben für den Rohrvortrieb bereits erstellt wurden, kann der Anschluss an das bestehende Kanalnetz unmittelbar hinter der Bahnquerung in der Gerhardstraße auf Höhe des Friedhofs Platanenweg erfolgen. Zusätzlich wird noch ein Abwasserkanal auf einer Länge von 70 Metern mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern neu verlegt.

Östlich der Gleisanlagen wird zudem der Sammler auf einer Länge von rund 90 Metern als Kastenprofil verlegt. Aufgrund der Baumaßnahmen gibt es für Besucher des Friedhofs Platanenweg in der Gerhardstraße nur ein eingeschränktes Parkplatzangebot.

Gesamtkosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro

Auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise können die Anlieger der Gerhardstraße weiterhin bis zur Baustelle einfahren. Der Fuß- und Radweg auf dem Siebenmorgenweg zwischen Bröltalbahnweg und Gerhardstraße muss aus Sicherheitsgründen während der Arbeiten vorübergehend gesperrt werden. Eine Umleitung über Bröltalbahnweg und Gartenstraße ist ausgeschildert.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro, an denen sich die DB und das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen. Bis Mitte August 2018 soll der Kanalbau abgeschlossen sein.