Inklusives Wohnquartier

200 Parkplätze für den Ledenhof

Die Verantwortlichen stellten sich den zahlreichen Fragen. Es moderierte GA-Redakteur Holger Willcke (Mitte).

Die Verantwortlichen stellten sich den zahlreichen Fragen. Es moderierte GA-Redakteur Holger Willcke (Mitte).

BEUEL. Projektleiter Stefan Nagel stellte sich am Dienstagabend im Haus der Gemeinde in Vilich den Fragen der Bürger auf einer Diskussionsveranstaltung zum Wohnquartier an der Stiftsstraße.

Nein, sowohl auf ein Schwimmbad als auch auf eine Werkstatt würden die Bewohner des neuen Ledenhofs wohl auch nach der kompletten Fertigstellung verzichten müssen, bedauerte Gabriele Lapp. Gemeinsam mit Stefan Nagel, dem verantwortlichem Projektleiter des Investors Bonava, LVR-Quartiersmanager Michael Heine und der Vorsitzenden des Bürgervereins Vilich, Petra Nolden, hatte sich die fachliche LVR-Direktorin am Dienstagabend im Haus der Gemeinde in Vilich den Fragen von Anwohnern und zukünftigen Besuchern gestellt.

Dem Wunsch eines Bewohners nach dem Umzug in einer Behindertenwerkstatt vor Ort arbeiten zu können, musste sie allerdings genauso eine Absage erteilen, wie dem Wunsch nach wohnortnahem Schwimmvergnügen. Ansonsten solle es den neuen Bewohnern des inklusiven Viertels aber an kaum etwas mangeln, betonte Nagel in seiner Präsentation des aktuellen Planungsstands.

Um einen zentralen Quartierplatz und eine Grünfläche soll sich das inklusive Wohnquartier erstrecken: Man wolle das Wohnen für Jung und Alt sowie für Menschen mit und ohne Behinderung vereinen und ein solches Unterfangen stelle durchaus Neuland für die Bonava dar, so der Projektleiter. Anfang Dezember werden die ersten Wohnhäuser des früheren Heilpädagogischen Heims abgerissen, 50 der Bewohner sollen in den Wohnungen ein neues Zuhause finden.

Abwässer nehmen "denkbar aufwendigen" Weg

Miet- und Eigentumswohnung, Reihen- Doppel- und freistehende Einfamilienhäuser sowie ein Mehrgenerationenhaus werden nach den Plänen bis zum Jahr 2020 auf dem insgesamt drei Hektar großen Areal entstehen und 350 Menschen ein Zuhause bieten. Grundlage der Planungen sei der Bebauungsplan und eine Durchführungsvereinbarung mit der Stadt. Gebaut wird in zwei Bauabschnitten, weil die Bewohner des ehemaligen Heims bis zur Fertigstellung ihrer neuen Wohnungen vor Ort wohnen bleiben.

Die Verkehrserschließung soll Durchgangsverkehr sicher außen vor lassen, weil das gesamte Gebiet nur durch eine schleifenförmige, verkehrsberuhigte Zuwegung erschlossen werde, deren Ein- und Ausfahrt nahe beieinanderlägen. Zudem solle ein Fuß- und Radwegenetz die Durchlässigkeit des Quartiers gewährleisten.

Eingebettet waren die Präsentation und die anschließende Diskussion in ein buntes Rahmenprogramm mit Musik. Für die meisten Besucher schien aber klar die Podiumsdiskussion im Vordergrund zu stehen und so nutzten viele eifrig die Gelegenheit insbesondere von Nagel weitere Details zum Planungsstand zu erfahren: So war zum Beispiel auf Nachfrage eines Besuchers zu erfahren, dass die Abwässer der zu errichtenden Häuser einen „denkbar aufwendigen“ Weg nehmen: Nicht wie es zu erwarten gewesen sei in die Stiftstraße, sondern kreisförmig bis zur Straße „Am Ledenhof“ sollen die Abwasserleitungen geführt werden, weil die Abschlüsse an der Stiftstraße zu gering dimensioniert seien. Den Einwand, des Fragestellers, dass das für den geplanten Weg ebenfalls gelte, ließ Nagel nicht gelten.

Eine weitere Frage drehte sich um das Thema Parkplätze und so war zu erfahren, dass knapp 200 Stellplätze entstehen sollen – zum Teil in einer Tiefgarage, zum Teil auf öffentlichem Grund und auch auf den Einzelgrundstücken der jeweiligen Gebäude.