Container-Dorf in Beuel

192 Container für 240 Flüchtlinge

Beuel. Die Flüchtlingsunterkünfte an der Gesamtschule Beuel sollten schon früher fertig sein. Doch die beauftragte Firma hatte Lieferschwierigkeiten. Läuft es jetzt nach Plan, ist das Container-Dorf Ende Juli bezugsfertig.

Das Container-Dorf an der Siegburger Straße wird seit einigen Tagen aufgebaut. Die Stadt Bonn lässt auf einer circa 5000 Quadratmeter großen Grünfläche des ehemaligen Wohn- und Technologieparks eine Unterkunft für bis zu 240 Flüchtlinge errichten.

Nach Auskunft von Annette Boemer, Mitarbeiterin des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), sollte das Container-Dorf früher fertig sein, aber die beauftragte Firma hatte Lieferschwierigkeiten. Die Container wurden in der Türkei gefertigt. Nun soll die neue Heimat für Flüchtlinge Ende Juli fertig sein.

Gefragt, wie das Zuteilungsverfahren abläuft und wer entscheidet, welche Flüchtlinge auf welche Bonner Unterkünfte verteilt werden, antwortete Markus Schmitz vom städtischen Presseamt: „Über die Belegung der Unterkunft entscheidet das Sozialamt. Die zuständige Abteilung achtet grundsätzlich bei der Belegung von Unterkünften darauf, dass dort Alleinstehende und Familien unterschiedlichster Herkunft gemischt untergebracht werden. Dies wird auch in der Anlage Siegburger Straße berücksichtigt.“

Stadt erwartet Landesmittel

Die Kosten für die Container-Anlage an der Siegburger Straße beziffert die Stadt auf rund vier Millionen Euro. Wer finanziert das? Die Höhe der Erstattung von Bund und Land kann laut Stadt bezogen auf die Einzelmaßnahme an der Siegburger Straße derzeit nicht abgeschätzt werden. „In Kürze startet eine Ist-Kostenerfassung des Landes zu den tatsächlichen Kosten für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge in den Kommunen. Im Anschluss daran soll eine pauschale Regelung der erstattungsfähigen Aufwendungen durch das Land NRW erfolgen.

Nach ersten städtischen Datenerhebungen ist davon auszugehen, dass die Kostenerstattungen des Landes pro Fall unter den tatsächlichen städtischen Aufwendungen liegen werden. Erst wenn die Höhe der Kostenerstattung feststeht, kann abschließend eine Aussage zur Frage getroffen werden, welche Kosten bei der Stadt verbleiben“, sagte Schmitz. Die Stadt Bonn ist Ende 2016 von 20 Millionen Euro Kosten für alle Container-Einrichtungen ausgegangen. Wahrscheinlich fallen die Ausgaben geringer aus, zumal der Stadtrat an diesem Donnerstag entscheidet, ob die Einrichtung in Pützchen an der Straße „Am Herz-Jesu-Kloster“ entfallen kann. Dadurch würden 1,6 Millionen Euro eingespart.

Derzeit 2614 Flüchtlinge in Bonn

Inklusive der Einrichtung an der Siegburger Straße stehen ab Sommer vier Standorte zur Verfügung: Rheinweg, Reuterpark und Otto-Hahn-Straße. Mit Stand vom 10. April 2017 bietet die Verwaltung 2614 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf.

Die Möblierung eines Containers sieht wie folgt aus: Je Bewohner ein Bett, ein Schrank, ein Stuhl und ein Tisch. In einem Container werden maximal zwei Personen untergebracht. Die etwa drei mal sechs Meter großen Container werden mit Gas beheizt.