Ledenhof Vilich

„Mitten im Leden“

Tischtennis-Turnier: Zum Spielenachmittag kommen Bewohner und Nachbarn regelmäßig zusammen.

Tischtennis-Turnier: Zum Spielenachmittag kommen Bewohner und Nachbarn regelmäßig zusammen.

Vilich. Das Heilpädagogische Heim Ledenhof bereitet sich intensiv auf seine Zukunft vor. Ab Jahresende wird auf dem 3,1 Hektar großen Gelände an der Stiftsstraße nach und nach ein neues Quartier entstehen – mitten im Herzen von Vilich.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Bauernhofs werden Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung gebaut. Zwischen Eigentumswohnungen, Doppelhaushälften, Reihenhäusern, förderfähigen Mietwohnungen und einem Mehrgenerationenhaus werden künftig bis zu 340 Menschen leben – darunter 50 Menschen mit geistiger Behinderung, die von Mitarbeitern des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) unterstützt werden.

Quartiersmanager Michael Heine und seine Mitarbeiter haben deshalb jetzt schon mal das Projekt „Mitten im Leden“ gegründet. Es handelt sich hierbei nicht um einen Druckfehler, sondern der Name wurde ganz bewusst gewählt. Eingerahmt von der Straße „Am Ledenhof“, dem ehemaligen Ledenhof selbst und der Burg Lede werden diese Lebensgemeinschaften sich entwickeln.

Ziel des neuen Projekts ist es, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, so viele Akteure aus Vilich wie möglich an den Aktivitäten zu beteiligen und transparente Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Es hat bereits ein Koordinierungstreffen im Café Nordlicht im Haus der Begegnung stattgefunden. Sozialarbeiter und Mitarbeiter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde haben sich dabei ausgetauscht und Zukunftsstrategien besprochen.

Aber nicht nur die Zukunft beschäftigt das Heilpädagogische Heim: Derzeit sind etwa 80 Flüchtlinge in zwei Wohnhäusern untergebracht. Die Stadt Bonn hat beide Gebäude bis zum 30. April angemietet. „Unsere ausländischen Gäste gehen sehr respektvoll mit unseren Bewohnern um. Wir haben bislang nur gute Erfahrungen mit den Flüchtlingsfamilien gemacht“, sagte Heine im Gespräch mit dem GA. Beide Gruppen würden bei Veranstaltungen auf dem Gelände Zeit miteinander verbringen. „Die 74 Menschen mit Behinderung, die hier derzeit leben, haben Willkommensschilder für die Flüchtlinge gebastelt. Es ist ein guter Geist entstanden“, erklärte Heine.

Sobald die Flüchtlinge ausgezogen sind, beginnen die Rodungsarbeiten auf dem Gelände – aller Voraussicht nach ab Anfang Mai. Der Investor und Bauherr, NCC Deutschland, wird das Bauvorhaben in zwei Abschnitten umsetzen, damit die Menschen mit Behinderung nicht ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen. Mit den Bauarbeiten auf dem nordöstlichen Teil des Geländes soll Ende 2016 begonnen werden. Das gesamte Bauprojekt wird frühestens Ende 2019 fertig sein. „Bis dahin haben wir noch genug Zeit, um uns mit den lokalen Akteuren zu vernetzen“, betonte Heine. Auf dem Gelände werden im Laufe der Bauzeit zwei Mehrgenerationenhäuser des Vereins Wahlverwandtschaften und ein Kindergarten errichtet.