Bauvorhaben in Schweinheim

Kritik an Haus im Hang

SCHWEINHEIM.  Die Anwohner des Jägerwegs sind alles andere als begeistert: Auf dem brachliegenden Grundstück kurz hinter der Einmündung der Sackgasse plant der Investor, die Bonna Wohnbau AG, zum Jägerweg hin ein eingeschossiges Gebäude plus Staffelgeschoss zu bauen. Da das Grundstück an einem Hang liegt, wird es drei Geschosse plus Staffelgeschoss haben: Die unteren beiden Etagen werden in den Hang hinein gebaut. Dieses Vorhaben stößt auf Widerstand in der Nachbarschaft.
Die Genehmigung ist erteilt: Anfang des Jahres soll am Jägerweg Baubeginn sein.
								Foto: Ronald Friese
Die Genehmigung ist erteilt: Anfang des Jahres soll am Jägerweg Baubeginn sein. Foto: Ronald Friese

"Entlang der Straße gibt es fast ausschließlich eingeschossige Gebäude. Es fügt sich nicht in die umliegende Bebauung ein", sagen Albert Henseler, Bettina Kehlert und Werner Soyez. Dies sei aber eine Voraussetzung für die Genehmigung, da für das Projekt kein Bebauungsplan notwendig ist. Hinzu komme, dass das Gebäude zu hoch werde: "Der Jägerweg hat ein Gefälle", erläutern die Anlieger. So komme es, dass das geplante Haus zwar fünf Zentimeter niedriger sei als der Dachfirst des einen Nachbarhauses. Das Gebäude auf der anderen Seite überrage es aber um satte 3,91 Meter.

Thema Erschließung: "Die Straße ist sehr eng und ohnehin schon überlastet", so das Argument. Eine herzkranke Nachbarin, die am Ende der Sackgasse wohnt, befürchte, dass kein Notarztwagen, keine Feuerwehr mehr durchkommt, wenn noch mehr Autos dort parken. Eine weitere Befürchtung ist, dass durch den Bau der Hang abrutschen könnte. "Hier befinden sich Quellen, es hat schon Erdrutsche gegeben."

Im Frühjahr haben die Anlieger Einspruch gegen das Bauvorhaben eingereicht. Da allerdings kein Bebauungsplan notwendig ist, ist das nicht möglich. Der einzige Weg wäre der Weg vors Verwaltungsgericht.

"Das Gebäude fügt sich in die Umgebung ein", sagt Jürgen Mahlig, der für das Projekt verantwortlich ist. Über ein Jahr lang habe man immer wieder mit der Stadt zusammengesessen und einen Plan entworfen, mit dem die Baugrenzen eingehalten werden. "Vom Jägerweg aus hat das Haus die gleiche Höhe wie das Nachbarhaus." Dass es zur anderen Seite ein wenig anders aussieht, ergebe sich durch das Gefälle und sei leider nicht zu ändern.

Der vorherige Besitzer habe geplant, auf dem Gelände vier Doppelhaushälften zu errichten. "Das wäre eine ganz andere Flächeausnutzung gewesen, als wir sie haben", so Mahlig. Die Erschließung des Gebäudes, das aus elf Wohnungen und elf Parkplätzen besteht, erfolge über den Jägerweg. Der Kanal sei ausreichend dimensioniert.

In Sachen Hangrutsch gebe es keine Probleme, dies haben Gespräche mit der Stadt ergeben. "Wir werden außerdem eine Stützmauer errichten", so Mahlig.

Sollte trotzdem Gesprächsbedarf bestehen - mit den unmittelbaren Nachbarn habe man sich bereits zusammengesetzt - stehe der Investor bereit. Ansonsten kann es im Januar/Februar losgehen: Die Stadt, die laut Presseamt ebenfalls der Meinung ist, dass sich das Haus einfügt, hat die Baugenehmigung vor einigen Monaten erteilt.

Die Bauzeit beträgt 15 bis 18 Monate, es werden mehr als vier Millionen Euro investiert, sagt Mahlig.

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