Behandlung von Daniil Safin

Jeden Tag geht es ihm ein bisschen besser

BAD GODESBERG.  Es sind so viele kleine gesundheitliche Fortschritte, die den Eltern, Ärzten und Pflegern von Daniil Safin eine Freude bereiten. „Er nimmt Kontakt auf und reagiert, wenn man ihn auf Russisch anspricht“, sagte Oberarzt Andreas Hildesheim. Am Montag hat die Heilandkirchengemeinde aus Mehlem 5000 Euro ins Rehazentrum Godeshöhe gebracht, damit weitere Behandlungstage des Patienten gesichert sind.
Freuen sich, dass es Daniil Safin jeden Tag etwas besser geht: (von links) Valeriy Safin, Heinrich Fleischer, Larisa Safina und Friedrich Schmidt.
							Foto: Ronald Friese
Freuen sich, dass es Daniil Safin jeden Tag etwas besser geht: (von links) Valeriy Safin, Heinrich Fleischer, Larisa Safina und Friedrich Schmidt. Foto: Ronald Friese

Der 24-Jährige wurde im Herbst 2011 in Russland von drei Männern fast zu Tode geschlagen, als er drei Frauen vor einer Vergewaltigung bewahren wollte (der GA berichtete).

Er fiel darauf ins Koma, aus dem er im vergangenen Dezember erwachte. Zahlreiche Spender, wie nun auch die Mehlemer Protestanten, machten eine Behandlung hier in Deutschland erst möglich. Die 5000 Euro sind der komplette Erlös des vergangenen Adventsmarkts und eines Flohmarkts, wie Heinrich Fleischer und Friedrich Schmitt von der Gemeinde berichteten.

Sie kamen am Montag mit der Mutter des Patienten, Larisa Sarafina, ins Gespräch. Dafür stand im Krankenzimmer ein Laptop bereit, eine Dolmetscherin übersetzte dabei via Internet und Skype.

„Ich bedanke mich ganz herzlich und freue mich sehr“, sagte die Russin, die sich täglich sehr um ihren Sohn kümmert und alles für ihn tut. „Daniil fängt jetzt an, etwas selbst zu essen und zu trinken. Jeden Morgen bekommt er Brei.“ Wenn Sprachtherapeutin Julia Honsalek den jungen Mann gezielt anspricht, antwortet er mit Lauten wie „ma“, „mo“ und „la“.

Kommen Bekannte oder Freunde vorbei, lächelt er und winkt. „Vor kurzem haben wir ihn auch in einen Rollstuhl gesetzt“, sagt Larisa Sarafina, die gestern mit ihrem Mann Valeriy Safin in der Godeshöhe war. Beide hoffen, dass sie mit ihrem Sohn im Frühjahr auch mal raus an die Sonne können.

Munir Abdalla, der sich im Rehazentrum um die internationalen Patienten kümmert, teilte mit, dass Daniil Safin am 2. Februar Godesberg verlassen wird und in eine Tagespflege bei Köln kommt. „Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung betreutes Wohnen“, sagt Hildesheim.

Das Vollangebot der Rehaklinik brauche er jetzt nicht mehr. Sein Gesundheitszustand bessere sich langsam, aber stetig. Laut seiner Mutter sind die Täter in Russland mittlerweile verurteilt worden, müssen für zehn, acht und sieben Jahre ins Gefängnis.

Die Behandlung von Daniil Safin kostet täglich mehr als 800 Euro. Da sich seine Familie das nicht leisten kann, ist sie auf Spenden angewiesen. So gibt es das Spendenkonto „Daniil Safin“ bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 37020500), Konto 7028500.

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