UN-Projekt an Gesamtschule

Wortgewandter Schlagabtausch

PLITTERSDORF.  Außenminister Guido Westerwelle hätte seine Freude gehabt. 24 Godesberger Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule schlüpften am Donnerstag in die Rolle von Chef-Diplomaten verschiedener Länder und simulierten eine Sitzung bei den Vereinten Nationen.
Die Schüler müssen argumentieren und abstimmen.
								Foto: Barbara Frommann
Die Schüler müssen argumentieren und abstimmen. Foto: Barbara Frommann

Gar nicht so leicht, nicht nur wegen der Konferenzsprache Englisch, sondern auch, weil es galt, für fremde Länder zu sprechen und zu argumentieren.

Inhaltlich ging es um "Universal Education" (allgemeine Bildung), eins der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. "Ein tolles Projekt der politischen Bildung", meinte Klassenlehrerin Ulrike Klens, die die sogenannte Mini-MUN (Model United Nations) mit dem Verein BIMUN/SINUB ((Bonn International Model United Nations/Simulation Internationale des Nations Unies de Bonn) und mit Unterstützung des Bonner Vereins zur Förderung politischen Handelns vorbereitet hatte. Das Ziel lautete, Schülern die Arbeitsweise der Vereinten Nationen und ihre Bedeutung näherzubringen.

Im Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) hatten sich die Schüler der elften Jahrgangsstufe zusammengefunden, um erst einmal ihre Eröffnungsreden zu präsentieren. In einer zweiten Runde ging es dann in die Debatte. Das Spezial-Thema lautete "Kinderarbeit".

Die Argumente beispielsweise des ägyptischen Vertreters, präsentiert von Philipp Mitchiev, der um Verständnis für Traditionen und Strukturen in seinem Land warb, konterte der Vertreter der USA, Martin Burghardt, mit dem klaren Satz: "Kinder müssen in die Schule." Er appellierte an die Zukunftsfähigkeit der internationalen Gemeinschaft und forderte klare Ergebnisse von der Versammlung. "Eines unserer Ziele ist eben, in die Haut des Vertreters eines anderen Landes zu schlüpfen", so BIMUN-Sprecherin Aitana Netzband das Schauspiel.

"Dieses Jahr organisieren wir zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit einer Bonner Schule eine Mini-MUN. Das eigene Interesse an politischen Ereignissen und Entwicklungen wird gestärkt und angetrieben, indem sich die Schüler in eigenständiger Recherche zu einem bestimmten Thema vorbereiten. Das Selbstvertrauen der Schüler in freie Rede und in ihr eigenes Auftreten werden gestärkt, wenn sie als Repräsentanten eines Landes dessen Interessen vertreten.

Auch das Hineinversetzen in die Politik des Landes und das Abstandnehmen von eigenen Standpunkten und Ansichten sind eine wertvolle und lehrreiche Erfahrung", so die Sprecherin.

BIMUN/SINUB hat 2011 damit begonnen, ein eigenes Konzept einer Simulation der UN auch für Schulen bereitzustellen. Der Verein möchte so zu einer dichteren Vernetzung und einer engeren Kooperation von Bonner Institutionen und Bildungseinrichtungen beitragen.

Übrigens: Die engagiertesten Schüler-Delegierten der Gesamtschule sollen als Belohnung die Möglichkeit erhalten, als Vertreter einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) an der BIMUN/SINUB-Simulationskonferenz im World Conference Center Bonn (WCCB) für Studenten im Dezember teilzunehmen.

BIMUN/SINUB:
Der Verein BIMUN/SINUB (Bonn International Model United Nations/Simulation Internationale des Nations Unies de Bonn) wurde 2002 von Studenten der Bonner Uni ins Leben gerufen, um jedes Jahr eine Simulationskonferenz der Vereinten Nationen und der Europäischen Union auszurichten. Seitdem wird die Arbeit des Vereins von wechselnden Teams ehrenamtlich engagierter Studenten weitergeführt und ausgebaut.

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