Thema Cybermobbing in Hebo-Schule : "Für die Opfer gibt es kein Entkommen" | GA-Bonn

Thema Cybermobbing in Hebo-Schule

"Für die Opfer gibt es kein Entkommen"

BAD GODESBERG.  "Wir hassen dich. Schau mal im Internet wie blöd du aussiehst." Nur ein Ausspruch, der zeigt, wie Jugendliche heute in "sozialen" Netzwerken miteinander kommunizieren. Solche Zitate im Netz, erstellt auf dem Handy, PC, Smartphone oder iPad, dokumentieren millionenfach gestörte Kommunikation und mangelnde Empathie von Jugendlichen und Heranwachsenden im digitalen Umgang miteinander. Das ist eins der Ergebnisse einer Fortbildung in der Hebo-Privatschule.

Hier finden Jugendliche viele Tipps zu sozialen Netzwerken: www.watchyourweb.de.

Die Möglichkeiten, die elektronische Medien bieten, nutzen Heranwachsende mit Spaß und Freude: sich selbst darstellen, eigene Meinungen äußern, mit anderen in Kontakt sein, Bilder oder Videos hochladen. Eine neue Form der Kommunikation ist entstanden - und damit auch eine neue Form der Gewalt: Cybermobbing, auch Cyberbullying genannt. "Doch da hört der Spaß dann auf", sagt Diplom-Pädagogin Kristin Langer während der Fortbildung zum Thema für Eltern, Lehrer und Schul-Sozialarbeiter.

Langer, selbstständige Dozentin in der Erzieher- und Lehrerfortbildung mit Schwerpunkt Medienpädagogik sowie Eltern- und Fachberaterin bei der Bundesinitiative "Schau hin! Was deine Kinder machen", präsentierte Daten und Fakten und gab Antworten auf brennende Elternfragen sowie Tipps für Hilfesuchende. "Handelt es sich bereits um Mobbing, wenn Achmed seit drei Wochen immer vom gleichen Mitspieler beim Fußballspielen gefoult wird?", fragte Langer das Publikum. Antwort: "Nein, da es sich beim Mobbing um Pöbeleien handelt, die wiederholt und über längere Zeit nur einem Zweck dienen: jemanden absichtlich zu erniedrigen."

Beim Cybermobbing, also der digitalen Form von Mobbing, werden Informationen über einen längeren Zeitraum verbreitet, die beleidigen, bloßstellen und bedrohen. Das besondere Problem: Die Informationen erreichen in kürzester Zeit ein Massenpublikum, sind anonym und können nicht entfernt werden. Und: Sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit verbreitet werden. Ergebnis: "Das Opfer kann dem nicht entkommen", so Kristin Langer. Die Struktur des Cybermobbings lautet: "Ein Opfer, ein bis drei Täter, viele Mitläufer, sehr viele Zuschauer", so Langer. Ihre wichtigste Botschaft lautete: "Sie müssen die Kinder begleiten."

Deshalb erläuterte die Referentin unter anderem auch die Rechtssituation und machte deutlich, dass es sich bei sozialen Netzwerken keineswegs um einen rechtsfreien Raum handelt. Grundsätzlich gelte für Eltern: schnell handeln, die Täter unmittelbar ansprechen und mit den eigenen Kindern reden. Außerdem: verletzende Einträge beim Netzbetreiber melden ("das dauert leider oft"), im Ernstfall auch bei der Polizei. Wichtig dafür sei, Belege aus dem Netz zu sammeln. Langer empfahl die Seite www.watchyourweb.de.

So können Jugendliche sich und ihre Daten schützen

Die Kampagne "watch your web" will bei Jugendlichen ein stärkeres Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten schaffen. Zudem will sie junge Menschen über das Recht auf informationelle Selbstbestimmung aufklären und darüber informieren, wie sie sich und ihre Daten schützen können.

Die Website www.watchyourweb.de gibt als zentrale Kampagnen-Plattform praktische Tipps, wie Jugendliche ihre eigene Datensicherheit selbst aktiv erhöhen können. Die Kampagne "watch your web" ist eine Initiative des IJAB-Projektes Jugend online und wird durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz sowie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Kontakt unter: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Rufnummer 0228/9506-0.

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