Brandstiftungen in NRW

Autobrände in Plittersdorf und Pennenfeld keine Einzelfälle

BONN/DÜSSELDORF.  Die Serie von Autobränden in Plittersdorf und Pennenfeld mit 24 beschädigten Fahrzeugen ist offenbar kein Einzelfall. Autofahrer in ganz NRW klagen über zunehmende Brandstiftungen und die blinde Zerstörungswut an Fahrzeugen. Landesweit wurden im vergangenen Jahr 536 Autos angesteckt - 2010 brannten 308 Autos.
Diese Autos wurden von den Unbekannten in Bad Godesberg in Brand gesetzt und anschließend von der Polizei sichergestellt.
								Foto: Friese
Diese Autos wurden von den Unbekannten in Bad Godesberg in Brand gesetzt und anschließend von der Polizei sichergestellt. Foto: Friese

Außerdem meldeten Besitzer pro Jahr mehr als 66.000 Sachbeschädigungen. Auch in den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 riss der Vandalismus nicht ab. Neben 261 Brandanschlägen verfolgte die Polizei in NRW 28 300 Fälle von Sachbeschädigungen an Autos. Landesweit konnte etwa jede vierte Brandstiftung von der Polizei aufgeklärt werden.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) räumte in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage ein, dass "die Sicherung täterbezogener Spuren und Hinweise außerordentlich aufwendig und schwierig" sei. Regelmäßig würden Taten zu Zeiten und an Orten begangen, für die kaum Zeugen zur Verfügung stünden.

Bei Tatserien richtet die Polizei allerdings zentrale Ermittlungskommissionen ein. So auch in Bonn: Die Bonner Ermittler haben nach Angaben von Polizeisprecherin Daniela Lindemann zahlreiche Befragungen durchgeführt und die Fahrzeuge zur kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt.

"Die Ermittlungen dauern noch an." Die Polizeibehörden in NRW führen brennpunkt- und täterorientierte Aufklärungs- und Observationsmaßnahmen durch, um die Aufklärungsquote zu erhöhen. Nach Angaben Jägers konnte die Aufklärungsquote 2011 im Vergleich zu 2010 landesweit um sechs Prozent gesteigert werden.

Die meisten Brandanschläge auf Autos gab es in diesem Jahr mit 23 Delikten in Köln, für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bonn spricht das Ministerium zum Stichtag 31. Mai nur von 13 Fällen. "Statistiken im laufenden Jahr hängen auch vom Ermittlungsstand ab", so Lindemann. Auch Ende Mai/Anfang Juni hatte die Polizei in der Region noch einmal mit Autobränden zu tun, allerdings nicht im Zusammenhang mit der Bad Godesberger Serie.

In Meckenheim hatten bislang unbekannte Täter offenbar Autos angezündet, um Einbruchspuren zu vernichten. Geklärt ist hingegen ein Fahrzeugbrand in Bornheim-Brenig vom Pfingstwochenende. Ein 16-Jähriger soll den Ford älteren Baujahrs in Alfter gestohlen haben. Bei einer anschließenden Spritztour, so der derzeitige Sachstand, beschädigte er in Tannenbusch zwei geparkte Autos.

Vermutlich um Spuren zu verwischen hat der 16-Jährige den Wagen anschließend in Brand gesetzt. "Es laufen noch Überprüfungen zur Tatbeteiligung weiterer Jugendlicher", so Lindemann.

Die meisten Sachbeschädigungen an Autos im Rheinland wurden 2012 mit 2447 Delikten im Bereich des Polizeipräsidiums Köln registriert. In Bonn gab es 854 Beschädigungen, im Rhein-Erft-Kreis 714, im Rheinisch-Bergischen-Kreis 331, Euskirchen 185 und im Oberbergischen Kreis 278 Fälle. Nicht in der Statistik ist erfasst, wenn ein Auto wegen eines technischen Defekts in Flammen aufgeht. Auch hier ermitteln im Zweifelsfall zunächst die Experten der Polizei.

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