Ramadan im Sportpark Pennenfeld

Stadt stellt dem Haus der Generationen die Turnhalle zur Verfügung

PENNENFELD.  In der Dreifachturnhalle im Sportpark Pennenfeld, wo normalerweise Schulen, Basketball- und andere Sportvereine trainieren, wird in den kommenden vier Wochen gebetet. Denn während des islamischen Fastenmonats Ramadan, der am 19. August endet, hat die Stadt Bonn dem Verein Haus der Generationen die Pennenfelder Turnhalle zur Verfügung gestellt.
Sport, Kreativität und Religion: Der Verein Haus der Generationen hat im Sportpark Pennenfeld während des Ramadan verschiedene Aktionen geplant. Draußen wird unter anderem Fußball gespielt. In der Halle finden die Gebete statt.
							Foto: Ronald Friese
Sport, Kreativität und Religion: Der Verein Haus der Generationen hat im Sportpark Pennenfeld während des Ramadan verschiedene Aktionen geplant. Draußen wird unter anderem Fußball gespielt. In der Halle finden die Gebete statt. Foto: Ronald Friese

"Wir bieten in dieser Zeit verschiedene Projekte an", sagt Vereinsvorsitzende Sanaa Elaidi, die die Aktionen gemeinsam mit Moustafa Sabbagh, Nadira Hashimi, Mohammed Afker und dessen Frau Bianka Machlik organisiert hat.

Täglich werden mehr als 400 Gläubige erwartet, die Halle ist für 500 Personen zugelassen. In der Turnhalle finden die Gebete statt, Männer und Frauen beten getrennt. Daneben gibt es Programmpunkte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

"Wir haben verschiedene Vorträge und Arbeitsgruppen", sagt Elaidi. Themen sind unter anderem "Kriminalität ist keine Heldentat" oder "Durch das Fasten stark ohne Gewalt". Eine Gynäkologin und Psychologin klärt außerdem über Impfungen bei Kindern auf.

In einer Malgruppe werden Plakate angefertigt, in Kooperation mit verschiedenen Vereinen wie Al Hilal oder den Basketballern des BG Bonn-Meckenheim wird Fußball, Basketball und ähnliches gespielt. "Das Sportprogramm findet am späten Nachmittag statt, also kurz vor dem Fastenbrechen", erklärt Afker.

Grund ist der Flüssigkeitsverlust beim Sport. Denn erst nach dem Sonnenuntergang dürfen die Gläubigen wieder Speisen und Getränke zu sich nehmen. Dann können sie auch das essen, was die Jugendlichen vorher zubereitet haben. Denn an einigen Tagen wird zusammen gekocht.

Jeder, der möchte, kann an den Gebeten und dem restlichen Programm teilnehmen. Da allerdings die Kapazitäten der Halle und der Arbeitsgruppen begrenzt sind, gilt laut Elaidi das Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst".

Der Verein ist zwar auf der Suche, hat aber selbst keine Räume. Deswegen sind die Verantwortlichen der Stadt sehr dankbar, dass sie ihnen die Halle zur Verfügung stellt - und zwar kostenfrei. "Der Verein könnte das alleine nicht aufbringen. Außerdem sichern wir so die Religionsfreiheit", erklärt Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt.

Probleme mit Vereinen habe es nicht gegeben. Zwar habe der Godesberger Turnverein (GTV) in Pennenfeld trainieren wollen. Als der GTV aber gehört habe, dass die Halle dem Haus der Generationen zur Verfügung gestellt wird, hat er laut Zießnitz den Antrag zurückgezogen. "Für die Verantwortlichen war das in Ordnung. Nun weicht der GTV , genau wie die Basketballer, in die Turnhalle der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule aus.

Auch dort gab es keine Probleme: "Die Halle wird sonst nur vom Badmintonverein genutzt, der trainiert zurzeit allerdings nicht", sagt Zießnitz. Die Fußballer können weiterhin den Kunstrasenplatz im Sportpark nutzen, es sei sichergestellt, "dass sie ab 17 Uhr die Umkleidekabinen nutzen können".

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