Muffendorfer Pfarrkirche

Pünktlich zu Palmsonntag und Ostern ist die Sanierung abgeschlossen

Muffendorf.  Die Sanierung der Pfarrkirche Sankt Martin ist abgeschlossen: Goldrot die eine, ockerfarben die nächste und sandfarben-beige eine dritte. Die Säulen im Gotteshaus haben sich wieder voll und ganz auf das Farbspiel eingelassen, das ihnen die Erbauer des Gotteshauses einst zugedacht hatten.
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Rundgang: (v.l.) Helmut Powalla, Ralph Schweitzer und Peter Mähler besichtigen die renovierte Martinskirche.
												Foto: Ronald Friese

Rundgang: (v.l.) Helmut Powalla, Ralph Schweitzer und Peter Mähler besichtigen die renovierte Martinskirche. Foto: Ronald Friese

Und das, obwohl die Säulen doch einmütig denselben Anstrich tragen, dabei aber dem durch die bunten Fenster fallenden Sonnenlicht ideale Projektionsflächen bieten. Dafür, dass die optischen Harmonien wieder so stimmig ineinandergreifen, bedurfte es zwölf Wochen voller mühsamer Arbeit. Und während eine Putzkolonne das Kirchenschiff auf Hochglanz bringt, berichtet Architekt Ralph Schweitzer von den Arbeiten.

Knapp 200.000 Euro hat sich die Katholische Kirche die Innensanierung kosten lassen. Ein Großteil in Höhe von 131.000 Euro stellte das Generalvikariat zur Verfügung, den Rest steuerte die Kirchengemeinde Sankt Martin und Severin bei. "Wir sind durchaus ein bisschen stolz, sowohl den Kosten- als auch den Zeitrahmen eingehalten zu haben", sagt Ralph Schweitzer. Denn gerade bei einer Kirche mit ihren Rundbögen und Deckengewölben sei eine zuverlässige Planung ungleich schwieriger als bei gewöhnlichen Profanbauten.

Seit Mitte Januar hatte ein Gewirr von Gerüstkonstruktionen den Kirchenraum nahezu vollständig ausgefüllt, damit die Handwerker auch in die letzten Winkel unter den Decken gelangen konnten. Den Anlass für die Arbeiten hatten Feuchtigkeitsschäden gegeben - "vermutlich verursacht durch die Kapillarwirkung der Ziegel", so Schweitzer.

Bis zu den Simsen in Höhe der Fenster wurde von innen neuer Sanierputz aufgetragen. In intensiven Beratungen mit den Denkmalschützern bei Stadt und Generalvikariat sei es sodann um die Farbgestaltung gegangen. "Es war uns sehr wichtig, mit den Sandsteintönen und Mineralfarben dem Charakter der Kirche wie auch den Denkmalschutzrichtlinien gerecht zu werden", erklärt Ralph Schweitzer, als er nun mit Pastor Helmut Powalla und Peter Mähler, dem Vorsitzenden des Bauausschusses der Kirchengemeinde, das fertige Werk in Augenschein nimmt.

Besonders ins Auge fallen neben den farblich changierenden Säulen die in Türkisblau und Orangerot abgesetzten Kapitelle, deren Farben sich nun auch an den Gewölberippen und den Schlusssteinen im Herzen der Kuppeln wiederfindet. "So etwas muss man anhand vieler Muster geduldig ausprobieren", schildert Schweitzer die Vorgehensweise.

Erschwert habe die Vorstellung vom fertigen Gesamtbild der Umstand, dass Boden und Bänke während der Malerarbeiten natürlich vollständig abgedeckt worden waren. "Wir hatten sehr gute Handwerker", lobt der Bonner Architekt bei der Gelegenheit die zwölf beteiligten Unternehmen.

Die neue Muffendorfer Kirche im neugotischen Stil hatte der Bonner Baumeister Anton Becker 1894/95 in nur anderthalb Jahren Bauzeit errichtet. Er hoffe nun, sagt Ralph Schweitzer mit Blick in die frisch geputzte Kirche, dass der neue Anstrich von der Gemeinde auch mit Freuden angenommen wird. Auch für die Gläubigen endet die Innensanierung mit einer Punktlandung: An diesem Samstag wird sie dort um 17 Uhr die heilige Messe zum Vorabend von Palmsonntag mit Palmweihe feiern.

Nähere Informationen und zahlreiche Fotos von den Sanierungsarbeiten hat die Gemeinde im Internet auf www.stmartinundseverin.de zusammengestellt.

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