Suche nach verschollenem Obst

Die "Perle von Muffendorf" wächst in Röttgen

MUFFENDORF.  Eine GA-Leserin züchtet seit Jahren Pfirsiche, auf die die Beschreibung der legendären Sorte aus Muffendorf gut passt.
Reiche Ernte: Ein Pfirsichbaum in Röttgen.
							Foto: Marlies Wagner
Reiche Ernte: Ein Pfirsichbaum in Röttgen. Foto: Marlies Wagner

Erster "Fahndungserfolg" für die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis. Wie bereits berichtet, sucht sie nach existierenden Bäumen der legendären Pfirsichsorte "Perle von Muffendorf", um sie nachzüchten und erhalten zu können. In Röttgen könnten die Biologen nun fündig werden: Dort jedenfalls stehen im Garten von GA-Leserin Marlies Wagner Pfirsichbäume, die der beschrieben "Perle" deutlich ähneln.

Die Pfirsichbäume hat sie jeweils aus den Kernen der Früchte selbst gezogen. "Der tragende Baum ist sechs Jahre alt, und die kleinen Pflanzen sind aus Kernen vom vergangenen Jahr gewachsen", berichtet sie aus ihrem Garten. Von acht vergrabenen Kernen hätten zwei gekeimt. "Die Früchte entsprechen der Abbildung im GA, haben eine pelzige Haut, die sich leicht abziehen lässt, weißes Fruchtfleisch und schmecken süß-säuerlich", erzählt die Röttgenerin.

Mit der Vermehrung begonnen hatte sie mit zwei alten Pfirsichbäumen im Garten ihres Schwiegervaters in Endenich. "Die gleiche Art habe ich später an der Mosel in Traben-Trarbach auf stillgelegten Weinanbauflächen entdeckt", so Marlies Wagner. An der Mosel wird er schlichtweg als Weinbergpfirsich bezeichnet. Wer Interesse hat, könne die Bäume in ihrem Garten in Röttgen sowie in Endenich besichtigen.

Wie berichtet, war die "Perle von Muffendorf" dereinst die charakteristische Pfirsichsorte, die bis vor hundert Jahren in großer Menge in Muffendorf und Lannesdorf wuchs. Im Frühling pilgerten die Menschen in Scharen in den Bad Godesberger Ortsteil, um dort die Blütenpracht zu bestaunen. Alte Beschreibungen bezeichnen die Früchte als mittelgroß, mäßig saftig, wenig druckempfindlich und wohlschmeckend.

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