Zugausfälle wegen Gleisarbeiten

Problematisches Pendeln

BAD GODESBERG.  Noch ist es morgens um 7.30 Uhr voll am Mehlemer Bahnhof. Denn zahlreiche Pendler warten auf die Regionalbahn 48, mit der sie nach Bonn fahren wollen. Doch ab Freitag wird sich das ändern. Denn die RB 48 fällt bis Ende Mai komplett aus, die anderen Züge werden teilweise massive Verspätungen haben, einige Fernverkehrszüge werden auf die rechte Rheinseite umgeleitet. Der Grund: Die Deutsche Bahn erneuert die Gleise zwischen Mehlem und Bonn.
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Die Arbeiten an den Gleisen zwischen und Mehlem bringen die Fahrpläne der Züge durcheinander. Vor allem für die Pendler ist das ein Problem.
											Foto: Ronald Friese

Die Arbeiten an den Gleisen zwischen und Mehlem bringen die Fahrpläne der Züge durcheinander. Vor allem für die Pendler ist das ein Problem. Foto: Ronald Friese

Für die meisten Pendler wird das zum Problem. Vor allem Schüler, die noch keinen Führerschein haben oder kein Auto besitzen, sind auf den Zug angewiesen. Eine von ihnen ist die 19-jährige Laura Schröder, die fast täglich mit dem Zug zur Schule fährt. Sie muss von zu Hause zunächst mit dem Bus zum Mehlemer Bahnhof fahren. "Dieser Anschlussbus fährt nur ein Mal die Stunde", erzählt die Schülerin.

Ab Freitag dauert die Fahrt zur Schule deshalb viel länger: Weil sie nicht mehr in Mehlem in den Zug nach Bonn steigen kann, muss sie zuerst mit dem Bus nach Bad Godesberg fahren. Von dort aus geht es dann mit der Straßenbahn weiter nach Bonn - und diese Fahrt dauert deutlich länger als die mit dem Zug.

Friederike Vogel zeigt trotz der Schwierigkeiten, die der Zugausfall mit sich bringt, "Verständnis für die notwendigen Erneuerungen der Infrastruktur". Zwar habe die Maßnahme auch für sie persönlich negative Auswirkungen, aber "individuell ist immer irgendjemand betroffen", sagt die 42-Jährige.

Sie habe Kinder im Schulalter. "Deswegen kann ich auch nicht einfach auf einen früheren Zug ausweichen." Doch sie hat bereits eine andere Idee: Trotz der winterlichen Temperaturen steigt die 42-Jährige auf das Fahrrad um. "Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass alles relativ gemäßigt abläuft."

Bei Straßenbauarbeiten zum Beispiel seien die Verkehrsteilnehmer weitaus mehr betroffen. Auch Pendlerin Cornelia Harreiter hat schon eine Alternative parat: Sie schwenkt von der RB 48 auf die Mittelrheinbahn (MRB) um. Allerdings rechnet die 31-Jährige damit, dass ihr vor allem der Heimweg von Köln nach Mehlem erschwert wird. "Von dort aus verkehrt nun nur noch ein Mal pro Stunde ein Zug. Das bedeutet für mich eine deutlich längere Heimfahrt als üblicherweise", sagt die 31-Jährige.

Doch nicht nur die Pendler, die regelmäßig mit der RB 48 unterwegs sind, sind von den Gleisarbeiten betroffen. Auch diejenigen, die die anderen Züge - unter anderem die MRB - nutzen, müssen sich auf Verspätungen einstellen.

Auch darüber wurde am Mittwochmorgen am Mehlemer Bahnhof diskutiert: Aus Sorge, zu spät zur Arbeit zu kommen oder nach Feierabend zu lange unterwegs zu sein, kündigten am Mittwoch einige der berufstätigen Pendler an, für die Zeit der Gleiserneuerungen und den Ausfall der RB 48 auf das Auto umzusteigen.

Veränderte Fahrten:

  • ab sofort bis 20. Mai: Gleiserneuerung, verschiedene Fernverkehrszüge werden als Auswirkung über die rechte Rheinstrecke umgeleitet. Die Züge halten nicht am Bonner Hauptbahnhof, sondern in Beuel.
     
  • 22. Februar bis 3. März: Erneuerung Gleis 33 in Mehlem, die RB 48 fährt nicht zwischen Bonn und Mehlem.
     
  • 4. bis 21. März: Gleiserneuerung Bad Godesberg Nord bis Mehlem, die RB 30 fährt früher ab. Die RB 48 fährt nicht zwischen Bonn und Mehlem. Bei der Mittelrheinbahn (MRB) zwischen Köln und Koblenz kommt es dabei zu Verspätungen.
     
  • 22. bis 27. März: Gleiserneuerung Bad Godesberg Nord und Mehlem, die RB 30 fährt früher ab. Die RB 48 zwischen Bonn und Mehlem sowie in der Gegenrichtung fällt aus. Fahrgäste der MRB müssen sich zwischen Köln und Koblenz auf Verspätungen einstellen.
     
  • 3. bis 10. April: Gleiserneuerung auf dem Abschnitt Mehlem bis Neuer Weg, die RE 5 hat geänderte Fahrzeiten. Die beiden Regionalbahnen 30 und 48 verkehren nicht zwischen Bonn und Remagen beziehungsweise zwischen Bonn und Mehlem. Bei der MRB kommt es auf der Strecke von Köln nach Koblenz und in der Gegenrichtung zu Verspätungen.
     
  • 10. April bis 4. Mai: Gleiserneuerung Hauptbahnhof bis Bad Godesberg Nord. Die Einschränkungen sind dieselben.
     
  • 6. bis 20. Mai: Gleiserneuerung Bad Godesberg Nord bis Mehlem. Mit denselben Einschränkungen wie oben ist zu rechnen.

Bahnübergänge werden gesperrt - Behinderungen bis Ende Mai:
Von den Gleisarbeiten am linksrheinischen Schienennetz sind nicht nur die Fahrgäste der Züge betroffen. auch Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger müssen sich auf Behinderungen einstellen, denn teilweise müssen die Bahnübergänge in Bad Godesberg gesperrt werden. Die Umleitungen werden ausgeschildert.

  • Übergang Drachenburgstraße: Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, bis Montag, 25. Februar, 6 Uhr. Vom 25. Februar bis zum 1. März täglich von 20.30 bis 5 Uhr. Außerdem von Freitag, 1. März, 20 Uhr, bis Montag, 4. März, 6 Uhr.
     
  • Übergang Kapellenweg: 4. bis 8. März, 11. bis 15. März und 18. bis 21. März täglich von 20.30 Uhr bis 6 Uhr. Außerdem ist der Bahnübergang von Freitag, 8. März, 20 Uhr, bis Montag, 11. März, 6 Uhr, sowie von Freitag, 15. März, 20 Uhr, bis Montag, 18. März, 6 Uhr gesperrt.
     
  • Übergang Plittersdorfer Straße: Der Übergang ist von Montag, 4. März, 6 Uhr bis Donnerstag, 21. März, 22 Uhr, gesperrt.

Die Arbeiten sind voraussichtlich Ende Mai beendet. Insgesamt erneuert die Deutsche Bahn zwölf Kilometer Gleise. Die Maßnahme schlägt mit rund 16 Millionen Euro zu Buche, teilt das Unternehmen mit.

Weitere Informationen zu den Zugausfällen, Verspätungen und Fahrplanänderungen gibt es im Internet unter www.bahn.de/reiseauskunft; www.bahn.de/bauarbeiten sowie www.mittelrheinbahn.de. Außerdem beim Kundendialog der Bahn, Rufnummer 0180/3464006, und beim trans regio Service Center, Telefon 0180/3363663, für je neun Cent die Minute aus dem Festnetz. Außerdem gibt es Broschüren und Aushänge an den Bahnhöfen.

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