Domhofschule in Mehlem

Furcht vor Übergriffen auf Kinder

MEHLEM.  Eine Sorge weniger zu haben, das wünschen sich die Elternvertreter an der Domhofschule in Mehlem. Sie sind beunruhigt, weil über das Schulgelände ein öffentlicher Weg verläuft, der auch von Fremden genutzt wird.
Um dieses Tor im Zaun um die Domhofschule geht es: Nach dem Willen von Schulleitung und Eltern soll es die Kinder auf dem Pausenhof schützen. Weil jedoch ein öffentlicher Weg über das Gelände führt, bestehen Anwohner auf dem freien Zugang.
								Foto: Rüdiger Franz
Um dieses Tor im Zaun um die Domhofschule geht es: Nach dem Willen von Schulleitung und Eltern soll es die Kinder auf dem Pausenhof schützen. Weil jedoch ein öffentlicher Weg über das Gelände führt, bestehen Anwohner auf dem freien Zugang. Foto: Rüdiger Franz

Ein Hausrecht haben Schulleitung und Lehrer hier nicht. Das soll sich ändern, fordern die Eltern jetzt in einem Bürgerantrag. Dass sie beim Gedanken an den offen zugänglichen Schulhof regelmäßig ein ungutes Gefühl beschleicht, hat seinen Hintergrund.

Es war Anfang 2012, als sich ein bis heute unbekannter Mann auf dem Schulhof mehrfach in unzulässiger Weise Kindern genähert hatte und daraufhin auch angezeigt worden war. Zwar verlief die Anzeige gegen Unbekannt im Sande; doch nahm die Schulleitung den Vorfall zum Anlass, tätig zu werden.

Über das Schulamt ließ sie im März 2012 den Schulzaun erweitern und verschließbare Schultore in die Umzäunung des Grundschulgeländes einbauen, damit zumindest während der Unterrichtszeit, also inklusive der Ganztagsbetreuung zwischen acht und 16.15 Uhr, eine Störung der Kinder durch externe Personen verhindert wird.

Bei dieser Lösung blieb es dann auch von Mai 2012 bis zum 16. Januar dieses Jahres. Während der Bring- und Abholzeiten wurden die Tore kurz geöffnet. Bei geschlossenen Schultoren konnten Fußgänger und Radfahrer den nach wie vor bestehenden öffentlichen Fußweg zwischen Kunigundenstraße und Domhofstraße entlang der Nordseite des Mehlemer Baches nutzen. Dies sah man angesichts der Kürze des Umwegs als zumutbar an.

"Lehrer und Betreuer der Ganztagsschule haben dies als große Erleichterung empfunden, da die Zahl schulfremder Personen deutlich zurückging", argumentieren Katja Reinicke, Ulrich Sukopp und Karima Filali, die den Bürgerantrag im Namen der Schulpflegschaft unterzeichnet haben. Neben der Gefahr durch Übergriffe auf eines der 320 Kinder dient ihnen als Argument die Unfallgefahr, welche von Radfahrern ausgehe, die bisweilen in hoher Geschwindigkeit über das Schulgelände führen.

Dann aber kam im Januar der Rückschlag: Ein Anwohner beklagte sich bei der Verwaltung über die temporäre Sperrung des Weges, stellte die rechtliche Befugnis des Schulpersonals in dieser Sache infrage und forderte, den Durchgang sofort wieder zu öffnen. Am 16. Januar wies das Schulamt die Mehlemer an, der Forderung nachzukommen.

Damit war de facto der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Der hat seinen Ursprung in einer Mehlemer Besonderheit - denn eigentlich ist es in der Tat unüblich, dass Grundschüler sich ihren Pausenhof als öffentlichen Raum mit Passanten zu teilen haben. In Mehlem aber befindet sich die Domhofschule erst seit knapp vier Jahren auf ihrer heutigen Fläche, über die bis dahin jener öffentliche Fußweg zwischen Kunigundenstraße und Langenbergsweg verlief.

Die Stadtverwaltung hatte seinerzeit entschieden, dass die alte Wegebeziehung erhalten bleibt. "Wir sind der Ansicht, dass die Sicherheit der Kinder auf dem Schulgelände vorgeht", sagen nun die Elternvertreter und fordern in ihrem Bürgerantrag, das alte Wegerecht aufzuheben. Es sei wirkungslos, wenn in den Schulzaun zwei Tore eingebaut werden, diese aber nicht geschlossen werden.

Dies gelte auch im Hinblick darauf, dass bei geöffneten Toren Kinder vom Schulgelände laufen könnten, was nicht zuletzt angesichts des nahen Mehlemer Bachs nicht ungefährlich sei. Auch habe es eine Aufsichtsperson nicht leicht, zu unterscheiden, welche erwachsene Person zur Familie eines Schulkindes gehört oder eine schulfremde Person ist. Die Bezirksvertretung soll in ihrer Sitzung am Mittwoch, 11. September, über die Angelegenheit beraten.

Seitens der Stadtverwaltung liegt bislang noch keine Empfehlung vor, wie in der Angelegenheit aus ihrer Sicht zu verfahren ist. Für die Elternvertreter ist die Sache klar: Während die Störung des Unterrichtsdauer Passanten oder die Verschmutzung des Schulgeländes durch Hundekot als lästige Nebenwirkungen hinzukommen, erhoffen sie sich vor allem eines: dass die Gefahr von Übergriffen auf Kinder durch Fremde künftig deutlich minimiert wird.

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