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Kundgebung von Pro NRW in Godesberg
Mehr als 500 Gegendemonstranten vor Fahd-Akademie - Zwei Polizisten verletzt
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BAD GODESBERG. In Bad Godesberg haben sich während einer Kundgebung der rechtsextremen Partei Pro NRW vor der König-Fahd-Akademie mehr als 500 Gegendemonstranten, darunter viele Muslime, versammelt. Die Situation eskalierte, als die Pro-NRW-Anhänger Islam-Karikaturen hochhielten. Zwei Polizisten wurden bei den anschließenden Ausschreitungen durch radikal-islamische Salafisten mit Messern schwer verletzt.
Muslime beten am Samstag vor der islamischen König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg unter Beobachtung von Polizisten während einer Kundgebung gegen eine Wahlkampfaktion der rechtsextremen Partei Pro NRW. Foto: dapd
Wie Polizeisprecher Harry Kolbe vor Ort berichtete, war die zuvor friedliche Stimmung hochgekocht, als die rund 20 Anhänger von Pro NRW um 15 Uhr an der Fahd-Akademie ankamen und ihren Stand aufbauten. Erste Steine und Flaschen flogen.
Als die Rechtsextremen dann nicht nur Plakate, sondern auch die Karikaturen präsentierten, eskalierte die Situation, und es kam zu erheblichen Ausschreitungen. Es flogen Steine, Flaschen, Stangen und weitere Wurfgeschosse. Laut Kolbe wurden zwei Polizisten, ein Mann und eine Frau, dabei von Salafisten durch Messerstiche schwer verletzt.
Darüber hinaus wurden mehrere Polizeiwagen beschädigt, Scheiben gingen zu Bruch. Woher die vielen Wurfgeschosse kamen, ist bisher nicht geklärt, da die Demonstranten zuvor kontrolliert worden waren. Die Polizei hält es für möglich, dass die Gewalttäter schon im Vorfeld Depots angelegt hatten.
Der Sprecher der friedlich demonstrierenden Muslime hatte versucht, die Anwesenden von der Bühne aus zu beschwichtigen, sie gebeten, sich durch die Rechtsextremen nicht provozieren zu lassen und sie zur Friedfertigkeit gegenüber der Polizei aufgerufen.
Als die Gewalt eskalierte, erklärte die Polizei die Pro-NRW-Kundgebung vorzeitig für beendet. Gleichzeitig gingen die Beamten in massiver Zahl gegen die Gewalttäter auf Seiten der Gegendemonstranten vor. Gegen 16 Uhr wurde die Veranstaltung für beendet erklärt.
Die Gruppen zerstreuten sich. Der Polizei-Einsatz in Lannesdorf ging jedoch weiter: Beamte durchkämmten das Gebiet weiträumig, weil sich im Umfeld noch Gegendemonstranten aufhielten, sie sich aggressiv verhielten und demonstrierten. Bis zum frühen Abend gab es bereits 48 Festnahmen. Den ganzen Nachmittag über waren immer wieder Martinshörner zu hören. Viele Bürger äußerten sich schockiert und fassungslos.Laut Polizei waren die Gewalttäter aus ganz Deutschland angereist und hatten sich unter die friedlich demonstrierenden Muslime gemischt. Schon vor der Kundgebung von Pro NRW hatte es zwei Festnahmen im salafistischen Umfeld gegeben. Die Festgenommen hätten unerlaubt Waffen mit sich geführt. Konkret handelte es sich um einen Schlagstock und eine Steinschleuder.
Bevor Pro NRW eintraf, war die Demo allerdings friedlich und kontrolliert abgelaufen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot in Godesberg vertreten und hatte sich vor der Fahd-Akademie positioniert, um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern. Mannschaftswagen wurden als Sichtblenden aufgestellt.
Artikel vom 05.05.2012
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