Haus auf dem Heiderhof

Polizei informierte über Einbruchschutz

HEIDERHOF.  Die Einbruchszahlen steigen laut Statistik stetig. Hinzu kommt, dass die dunkle Jahreszeit angebrochen ist, in der Einbrecher bekanntermaßen Hochkonjunktur haben. Da ist es kein Wunder, dass das Thema Einbruch (fast) jeden beschäftigt. Wie sehr, zeigte sich im "Haus auf dem Heiderhof".
Das bei Einbrüchen meistgenutzte Werkzeug ist laut einer Studie der Schraubenzieher.
								Foto: dpa
Das bei Einbrüchen meistgenutzte Werkzeug ist laut einer Studie der Schraubenzieher. Foto: dpa

Landtagsabgeordnete Renate Hendricks und der SPD Ortsverein Bad Godesberg hatten unter dem Motto "Wie kann ich mein Zuhause vor Einbruch schützen?" dorthin eingeladen. Und rund 70 Bürger waren gekommen, um sich von Edgar Ellinghaus, der bis zu seiner Pensionierung 2009 im Kriminalkommissariat Vorbeugung der Bonner Polizei tätig war, informieren zu lassen.

"Man denkt immer, Einbrecher seien omnipotent, gefährlich und nachts unterwegs", sagte Ellinghaus. Dies stimme nicht. Üblicherweise klingelten die Täter um herauszufinden, ob jemand zu Hause ist. "Wenn man die Tür öffnet, überlegt er sich eine Ausrede und ist weg." Einbrecher seien feige und suchten nach der günstigsten Gelegenheit.

"In Deutschland gab es 2011 fast sechs Millionen Straftaten", sagte Ellinghaus. Drei Millionen davon haben in irgendeiner Art und Weise etwas mit Diebstahl zu tun. Einbruchdiebstähle gab es 132 595; 9,3 Prozent mehr als 2010. Aber: "Die Statistik sagt zwar nicht viel, sie sagt aber, dass wir viel Arbeit haben", meinte Ellinghaus.

Für potenzielle Opfer sei es wichtiger, sich richtig zu schützen. Dafür müsse man wissen, wie Einbrecher vorgehen, sagte der Kriminalhauptkommissar a.D., und hatte Antworten parat. Nach einer Studie in verschiedenen Kreisen und Städten wie Köln, München und Mettmann ist das beliebteste Einbruchswerkzeug der Schraubenzieher. "Damit werden die Fensterrahmen aufgehebelt." Das sei leise und gehe schnell. Auch zu den Tatzeiten konnte Ellinghaus etwas sagen: Laut der Erhebung kommen die Einbrecher meistens zwischen 16 und 22 Uhr.

"Der wirksamste Schutz ist der mechanische", erklärte Ellinghaus. Das sind zum Beispiel einbruchhemmende Beschläge an den Fenstern. "Elektronische Sicherung wie Alarmanlagen und Videoüberwachung bringen alleine gar nichts." Sie könnten nur als Zusatz hilfreich sein.

Gesichert werden müssten neben Fenstern und Türen auch Wintergärten sowie Schuppen und Garagen, in denen sich häufig Leitern und Werkzeuge befinden. Hilfe und Beratung gebe es bei der Polizei. Dort erfahre man auch, welche geprüften Fenster oder Türen die besten zum Schutz vor Einbrecher seien und welche zertifizierten Handwerker in der Nähe diese ordnungsgemäß einbauen.

Internet: www.polizei-beratung.de

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