Überfall auf 18-Jährige

Verdächtige sind wohl gefasst

BAD GODESBERG.  Es scheint so, als seien die jungen Männer, die verdächtigt werden, in der Nacht zum 17. März eine 18-Jährige überfallen zu haben, gefasst.

Das zumindest teilten Leser dem General-Anzeiger mit. "Derzeit laufen konkrete Ermittlungen", sagte die Polizei. Deswegen könnten aus einsatz- und kriminaltechnischen Gründen keine Angaben zu dem Fall gemacht werden.

Die Abiturientin war um 1.45 Uhr auf der Galileistraße von einer Gruppe von vermutlich fünf Männern überfallen worden. Einer der Täter hatte sie getreten und ihr die Handtasche geraubt.

Nach Angaben einer Mitschülerin wurde die 18-Jährige mit einem Hammer, vermutlich einem Notfallhammer aus der Eisenbahn, geschlagen. Das wollte die Polizei nicht bestätigten, gab aber an, dass am Tatort ein solcher Hammer gefunden wurde. Ob die junge Frau damit attackiert worden sei, werde ermittelt.

Die Schülerin sei Ziel "ungehemmter körperlicher Gewalt mit beträchtlichen Folgen für ihre Psyche" geworden, heißt es in einem Brief aus der Schulpflegschaft an Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa und Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann, der dem GA vorliegt.

Die Jugendliche habe seit dem Vorfall nicht am Unterricht teilnehmen können. Wie jeder andere Fall solcher Gewalt löse er Wut und Entsetzen aus, "da das Thema Gewalt in Bad Godesberg seit vielen Jahren ein Dauerbrenner ist". Und weiter: "Wir bitten Sie nachdrücklich, alle Schritte beharrlich weiter zu verfolgen, die eine Verbesserung der nicht nur subjektiv empfundenen mangelnden Sicherheit auf Godesbergs Straßen herbeiführt."

Der Fall hatte auch andere Bürger auf den Plan gerufen - vor allem mit Blick auf die Sicherheitskonferenz, die kurz vor dem Überfall in der Stadthalle stattgefunden hatte. Der Polizei sei es gelungen, eine 30-köpfige Täterbande zu identifizieren, der auch eine Serie von Raubüberfällen in Bad Godesberg zuzuordnen sei, hatte die Polizei damals mitgeteilt. Die Zahl der Raubüberfälle sei seitdem stark rückläufig. Auch die Geschäftsleute sagten, dass sich die Lage entspannt habe.

Diese Ansicht werde durch den Überfall, der sich zwei Tage nach der Sicherheitskonferenz ereignete, konterkariert, so ein Vater. Die Abiturientin "hatte keinen privaten Sicherheitsdienst so wie die Geschäftsleute. Aber ihr Schicksal macht deutlich, dass sich die Sicherheitslage für Jugendliche in Bad Godesberg eben nicht entspannt hat".

Dem stimmte ein anderer Vater zu: Auch seine Kinder und deren Freunde hätten in den vergangenen Jahren häufig Bedrohungen und auch Angriffe erlebt und fühlten sich allein gelassen, berichtet er. Bei dem Überfall "handelt es sich beileibe nicht um einen Einzelfall, sondern um einen für Bad Godesberg typischen Vorfall".

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