Großeinsatz in Godesberg

Entwarnung - Verdächtiger Rollkoffer an der Stadthalle ist harmlos

Bad Godesberg.  Es war ein kleiner schwarzer Rollkoffer, der am Donnerstag um 9.20 Uhr für Aufregung bei Polizei und Bad Godesbergern sorgte. Ein Fahrer der Kölner Verkehrsbetriebe hatte das Gepäckstück in seiner U-Bahn der Linie 16 entdeckt, als er an der Endhaltestelle Stadthalle die Wagen routinemäßig nach Fundstücken durchsuchte. Dabei fiel ihm der Koffer auf.
Im Einsatz: Die Polizei sperrt die Haltestelle Stadthalle ab. Ein Fahrer hatte in einer Bahn der Linie 16 einen herrenlosen Rollkoffer entdeckt.
							Foto: Axel Vogel
Im Einsatz: Die Polizei sperrt die Haltestelle Stadthalle ab. Ein Fahrer hatte in einer Bahn der Linie 16 einen herrenlosen Rollkoffer entdeckt. Foto: Axel Vogel

Nachdem er das verdächtige Gepäckstück gemeldet hatte, sperrte die Polizei im Eiltempo die Haltestelle sowie später auch die Straßen rund um die Stadthalle ab. Zwei Sprengstoffexperten vom Landeskriminalamt in Düsseldorf wurden hinzugezogen, die den Koffer durchleuchteten.

Gegen 12.20 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden: „Der Koffer ist harmlos, es war ein Fehlalarm“, sagte ein Polizist. In dem Gepäckstück befand sich Kleidung.

Mehrere Stunden waren Streifenbeamte, Bereitschaftspolizisten, Feuerwehr und Stadtwerkemitarbeiter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt an der Stadthalle im Einsatz. Außerdem mussten sie jede Menge Fragen der Fahrgäste beantworten, die auf die Haltestelle am Bad Godesberger Bahnhof ausweichen mussten.

Einige waren uneinsichtig und beschwerten sich über die Sperrung, die meisten aber reagierten verständnisvoll. Wohl auch deshalb, weil vielen der versuchte Bombenanschlag vom 10. Dezember auf den Bonner Hauptbahnhof – die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um radikal-islamistische Täter handelt – noch in lebhafter Erinnerung ist.

Rollkoffer löst in Godesberg Großeinsatz aus
Während des Einsatzes werteten die Ermittler des Kommissariats 11 auch die Bilder der Überwachungskameras aus der Bahn aus. Zwar reichte das, was sie zu sehen bekamen, nicht aus, um Entwarnung zu geben und die Haltestelle auch ohne Hinzuziehen der Sprengstoffexperten wieder freizugeben.

Allerdings stellte sich dank der Aufnahmen heraus, dass das Gepäckstück einem Mann gehört, der um kurz nach 9 Uhr am Hauptbahnhof in die Bahn eingestiegen ist. „An der Heussallee ist er dann ausgestiegen und hat den Koffer vergessen“, sagte ein Polizeisprecher.

Bisher habe sich der Besitzer noch nicht gemeldet. Ob er den Koffer absichtlich oder aus Versehen stehen gelassen hat, ob er für den Einsatz aufkommen muss oder nicht – das wird sich laut Polizei im Zuge der Ermittlungen klären.

Auf den öffentlichen Nahverkehr hatte die Sperrung fast keine Auswirkungen. Laut Werner Schui, Sprecher der Stadtwerke Bonn (SWB), fuhren die Bahnen statt bis zur Stadthalle „nur“ bis zum Bad Godesberger Bahnhof/Rheinallee. Lediglich als die Sprengstoffexperten den Koffer genauer unter die Lupe nahmen, war der komplette Tunnel für die Bahnen gesperrt, so Schui.

Die Beamten bitten die Bonner darum, genau darauf zu achten, dass sie keine Gegenstände, Taschen oder Koffer an öffentlichen Plätzen vergessen. Außerdem gilt: „Wer etwas Verdächtiges sieht, sollte uns unter der 110 alarmieren“, so der Sprecher. Es sei besser, einmal zu viel als einmal zu wenig anzurufen.

Die Informationskette:
Wird ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, wird zunächst die Polizei alarmiert. Die Beamten untersuchen ihn. Wenn ausgeschlossen werden kann, dass es sich um eine Bombe handelt, ist der Einsatz beendet. Ansonsten werden Sprengstoffexperten hinzugezogen.

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