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Karnevalszoch in Bad Godesberg
Eine Stadt geht an Bord
Von Rüdiger Franz
BAD GODESBERG. Es war eine ziemlich maritime Party, die sich da am Sonntag auf den Straßen Bad Godesbergs abspielte: Piraten, Matrosen, Kapitäne und Stewarts hatten im Karnevalszug eindeutig die Oberhand.
Wie viele der so kostümierten Jecken noch von der Piraten-Party am Vorabend übrig geblieben waren, spielte dabei keine Rolle: Die Stimmung im Zug und am Zugweg war prächtig, die Kamelle prasselten tonnenweise, und wer sich die richtige Stelle zum Zuschauen ausgewählt hatte, der wurde auch noch mit wärmendem Sonnenschein belohnt.
Fast zwei Stunden dauerte der bunte Reigen, erst dann kündigten das Fanfarencorps Attendorn und die Fahnenträger aller Bad Godesberger Karnevalsvereine den nahenden Prunkwagen mit Prinz Dirk I. und Godesia Martina an. Herausgefordert von der jubelnden Menge ließen sie sich nicht lumpen und warfen Kamelle, was das Zeug hielt. Vor ihnen hatten schon Kinderprinz Till I. und seine Godesia Lisa Marie mit vollen Händen Kamelle geschaufelt, sodass sich manch einer fragte, ob die Vorräte überhaupt bis zum Ziel reichen würden.
Sie taten es, und zwar auch bei den knapp 30 Abteilungen und Gruppen, die sich wieder einmal eingereiht hatten. Unter ihnen waren natürlich die großen Traditionsvereine wie Stadtsoldaten, AKP und Burggrafen, die mit gewohnt großem Gefolge und gleich mit einer ganzen Reihe von Prunk- und Bagagewagen die jecke Schar beglückten.
Klein, aber fein setzten hingegen privat organisierte Fußgruppen von Freundeskreisen oder Vereinen ihre eigenen Akzente - etwa die Indianer von der Gertrud-Bäumer-Realschule in ihrem bunten Federkostüm, die "Godesberger Luftpiraten", bei denen die Männer die Mädels eine weite Strecke des Zugweges im Wortsinne auf Händen trugen, oder aber die "Jecken Familien Friesdorf", deren Motto "In Friesdorf ist der Wurm drin" treffend in ihren Kostümen zum Ausdruck kam.
Mit dabei war übrigens auch das Kinderprinzenpaar 2016/17, wie ein Schild verriet. Der jecke Nachwuchs wurde naturgemäß diesmal noch über die Zugstrecke geschoben. Verstärkung aus der Luft kam hingegen aus Muffendorf: "Wir sind Airline, nit online", hieß es bei der KG Blau-Gold, deren Aktive allesamt als Flugkapitäne und Stewardessen mit von der Partie waren.
Etwas militärischer und ebenfalls aus den Wolken kam die in Fliegerjacken gehüllte Besatzung des Plittersdorfer "Kamellebombers" daher - und mit dem Versprechen, mehr "Munition" an Bord zu haben als das Godesberger Prinzenpaar.
Eine Behauptung, die sodann mit einem flächendeckenden Kamellenregen untermauert wurde. Zu Sympathieträgern entlang des Zugwegs wurden auch die Gallier der KG Plittersdorf, die nicht nur mit besonders originellen Kostümen und einem borstigen Wildschwein, sondern auch mit ihrem Wahlspruch viele Verbündete fanden: Mit Zaubertrank immer jot drop!
Artikel vom 19.02.2012
Stadtbezirk Bad Godesberg
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