Blausäure im Godesberger Kanal

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

BAD GODESBERG.  Nach der Entdeckung von Blausäuredämpfen im Klärschlamm aus der Bad Godesberger Kanalisation hat nun die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.
Unterbrochen hat die Stadtverwaltung zurzeit alle Kanalbauarbeiten in Bad Godesberg. Erst soll festgestellt werden, wie es zu der Blausäure-Verschmutzung kam. Das Foto entstand 2009. Foto: Volker Lannert

Die Einleitung von Gift in die Kanalisation – und für diese Erkenntnis sind tiefere Rechtskenntnisse kaum erforderlich – ist ein Straftatbestand. Wie gestern berichtet, vermutet die Stadtverwaltung, dass die unbekannten Täter die Blausäure oder die blausäurehaltige Flüssigkeit in so großer Menge in die Kanalisation abgelassen haben, dass dafür kaum ein Privathaushalt infrage kommt.

Möglich sei beispielsweise, dass die Schadstoffe von einem Tanklaster ins Abwasser gelangt sind. In jedem Falle vermutet die Stadtverwaltung einen gewerblichen Verursacher. Um nähere Erkenntnisse zu gewinnen, nehmen Fachleute an verschiedenen Stellen des Bad Godesberger Kanalnetzes und bei einleitenden Betrieben nun Stichproben, um daraus möglicherweise Rückschlüsse zu ziehen.

Angesichts des Gifts im Klärschlamm hat die Stadt Bonn vorsichtshalber alle Kanalarbeiten in Bad Godesberg unterbrochen. Erst wenn Klarheit über die Ursache gewonnen werden konnte oder die Einsatzkräfte durch zusätzliche Messtechnik geschützt werden, soll in den Kanalröhren wieder gearbeitet werden. Für die Öffentlichkeit hingegen besteht laut Stadt keinerlei Gefahr.

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