Sicherheit in Bad Godesberg

Der City-Streife droht das Ende

BAD GODESBERG.  Die City-Streife, der von Bad Godesberger Geschäftsleuten und Privatpersonen finanzierte Wachdienst, hängt am seidenen Faden. Wenn sich in den nächsten Tagen nicht noch eine ganze Reihe Einzelhändler zum erneuten Mitmachen entschließen, droht dem Projekt nach vier Jahren das Aus.
Die City-Streife auf ihrem Rundgang. Derzeit steht das Projekt auf der Kippe.
							Foto: Volker Lannert
Die City-Streife auf ihrem Rundgang. Derzeit steht das Projekt auf der Kippe. Foto: Volker Lannert

Nur noch bis Silvester ist die Finanzierung gesichert. Noch aber will Stadtmarketing-Chefin Brigitte Grüll, bei der die Fäden zusammenlaufen, nicht aufgeben.

"Zurzeit sieht es schlecht aus. Wenn sich in den nächsten Tagen nichts Wesentliches tut, müssen wir die City-Streife zum 31. Dezember beenden", sagt Brigitte Grüll, die regelmäßig ihr E-Mail-Postfach auf Zusagen möglicher Unterstützer überprüft. Alle Geschäftsleute des Marketingvereins wurden und werden angeschrieben. Konkret fehlten monatlich etwa 1000 Euro im Budget, um den privaten Wachdienst weiterzubeschäftigen.

Aus Sicht der Stadtmarketing-Chefin lässt die schlechte Resonanz seitens der Unternehmer zumindest einen Schluss zu: "Eine Mehrheit scheint der Ansicht zu sein, dass die Streife nicht mehr erforderlich ist", sagt sie nüchtern, schiebt aber dann doch noch so etwas wie Verwunderung hinterher: "Wir hören wirklich sehr oft, wie schlimm die Sicherheitslage in der Innenstadt sei, insofern will beides nicht recht zusammenpassen", sagt Grüll.

Schon vor Wochen hatte sie davor gewarnt, eine vermeintliche Beruhigung bei den Geschäftseinbrüchen, Ladendiebstählen und anderen Delikten zum Anlass zu nehmen, das Pilotprojekt einschlafen zu lassen. "Ich bin davon überzeugt, dass die Beruhigung der Situation nicht zuletzt auch ein Resultat unserer City-Streife ist", so Grüll. Wer nun meine, sie nicht mehr bezahlen zu müssen, agiere somit kontraproduktiv, weil dann die alten Probleme erneut aufflammen könnten.

Die City-Streife war 2009 ins Leben gerufen worden, nachdem der Leidensdruck durch Kriminalität ein Höchstmaß erreicht hatte. Seitdem werden die Patrouillen der Polizei sowie die Ordnungsstreifen der Stadt durch den privaten Wachdienst der City-Streife ergänzt. Von Bürgern geäußerte Sorgen um ihre Sicherheit und Nachrichten von Überfällen sind in Godesberg bis heute jedoch nahezu an der Tagesordnung.

Kurz nach der Einführung im Jahr 2009 war es dem Stadtmarketing-Vorstand zwischenzeitlich gelungen, mehr als 70 Bad Godesberger Geschäftsleute zum Mitmachen zu begeistern. Seitdem haben sich die Reihen peu à peu gelichtet: Von 60 Mitstreitern (2011) sank ihre Anzahl in diesem Jahr auf knapp 50. Bis gestern hatten gerade einmal 29 Geschäftsleute ihre Unterstützung verbindlich zugesagt.

Die Höhe der Beiträge ist nach Größe der Geschäfte gestaffelt, der Mindestbeitrag liegt bei 35, der durchschnittliche Beitrag bei 50 Euro. Die Unterdeckung, zu der es gleichwohl kommt, wird aus der Stadtmarketing-Kasse bestritten, damit der Wachdienst sein Geld bekommt.

Das gilt zumindest noch für die kommenden beiden Wochen. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit in Bad Godesberg hat der Stadtrat am Donnerstag das Zentrenkonzept auch für Bad Godesberg beschlossen. Anders als etwa in Beuel hatte es da jedoch kaum Kontroversen gegeben.

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