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Kein Abriss
Denkmalschutz für Bad Godesberger Stadthalle
Von Rüdiger Franz
BAD GODESBERG. Wer mitunter schon insgeheim einem Abriss der Bad Godesberger Stadthalle entgegengefiebert hat, weil er den frei werdenden Platz für ein Festspielhaus oder andere Bauwerke genutzt sehen möchte, der dürfte von der Bezirksvertretung einstweilen bitter enttäuscht worden sein.
Handlungsbedarf sehen Politik und Verwaltung angesichts des Zustands der Bad Godesberger Stadthalle. Foto: Bongartz
Nicht nur, dass in der Sitzung am Mittwochabend die Mehrheit der Kommunalpolitiker auf einer umfassenden Sanierung des Gebäudes beharrte. Auch stellte die Stadtverwaltung in Aussicht, dass die Stadthalle noch vor der Sommerpause offiziell unter Denkmalschutz gestellt werden wird.
Dass die Aufnahme in die Liste bis heute aussteht, begründete Franz-Josef Talbot von der Unteren Denkmalbehörde mit "verwaltungsinternen Gründen", die er vor der Versammlung nicht ausbreiten wollte. "Wir bemühen uns um einen Eintrag in die Denkmalliste noch vor der Sommerpause", sagte Talbot und beantwortete damit zugleich eine Anfrage der Grünen.
Die wollten außerdem wissen, wie sich der Denkmalschutz mit der notwendigen Sanierung vertragen würde, worauf Talbot ebenfalls umfassend Auskunft gab. Vom Denkmalschutz betroffen, so erklärte er sinngemäß, sei zwar die architektonische Grundsubstanz.
Verändert werden dürften hingegen durchaus die Inneneinrichtung und die Bestuhlung; auch energetische Erneuerungen, so Talbot, würden die Denkmalschutzbestimmungen nicht ausschließen. Eine abweichende Meinung zum Denkmalschutz für die Stadthalle vertritt lediglich die FDP, die sich an ihrer Stelle auch ein modernes Tagungs- und Kulturzentrum vorstellen kann.
Nicht bestätigt hatte sich zuvor die Befürchtung mehrerer Fraktionen, nach der die Verwaltung bis auf weiteres keine Sanierung der Stadthalle plant. "Eine umfängliche Sanierung der Stadthalle im laufenden Betrieb würde das wirtschaftliche Aus für die derzeitigen Pächter bedeuten", hatte es in der Stellungnahme aus dem Stadthaus geheißen.
Dem Sturm der Entrüstung, vorgetragen von CDU bis Linken, trat sogleich Alfred Beißel entgegen. "Wir sind uns einig darin, dass wir die Stadthalle dauerhaft betriebsfähig halten wollen", sagte der Abteilungsleiter im Liegenschaftsamt. Regelmäßige Instandhaltungsarbeiten, so Beißel, seien das Eine.
Anders liege die Sache bei elementaren Erneuerungen, etwa an den Grundleitungen: "So etwas hat in der Regel erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb", so Beißel. Insofern könne die Kernsanierung nicht ad hoc, sondern nur nach langfristiger Planung mit den Betreibern in Angriff genommen werden. Wie berichtet, sind in der Stadthalle Investitionen in Höhe von rund 13 Millionen Euro nötig.
Artikel vom 15.06.2012
Stadtbezirk Bad Godesberg
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