Beschlussvorlage

Tempo 30 auf zwei Bonner Hauptstraßen

BONN.  Die Stadt Bonn möchte auf zwei Hauptverkehrsstraßen versuchsweise Tempo-30-Zonen einrichten. Über die entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung wird der Umweltausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 18. September, beraten.
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Die Königswinterer Straße ist laut Stadt zwischen Maarstraße und dem Verteiler Landgrabenweg für ein Tempolimit geeignet.
												Foto: Holger Willcke

Demnach soll in einer einjährigen Testphase in Beuel auf der Königswinterer Straße ab der Einmündung Maarstraße bis hin zum Verteiler Landgrabenweg/Oberkasseler Straße sowie in Friesdorf auf der Servatius- und Bernkasteler Straße zwischen Schwalbengarten und Hochkreuzallee das Tempo von 50 auf 30 Stundenkilometer gedrosselt werden.

Die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit soll von der Verwaltung in Abstimmung mit der Polizei überwacht werden. Vorausgesetzt, dass der Beschluss gefasst wird, könnte die Testphase laut Verwaltung "zeitnah" umgesetzt werden. Frühestens am 1. Dezember würde der Testlauf dann starten.

Der Hauptausschuss hatte die Verwaltung beauftragt, im Zuge der Lärmaktionsplanung zu prüfen, ob auf Hauptverkehrsstraßen ein Tempolimit eingeführt werden kann. Aus Sicht der Verwaltung ist eine flächendeckende Geschwindigkeitsreduzierung auf Hauptverkehrsstraßen zur Lärmverminderung "problematisch".

Mit dem jetzt vorgelegten Kompromissvorschlag ließe sich jedoch in den betroffenen Bereichen die Lärmbelästigung für die Anwohner um zwei Dezibel reduzieren, außerdem habe es dort keine Auswirkungen auf die "Grüne Welle". Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg lehnt den Vorschlag ab.

"Wenn man zur Lärmminderung flächendeckend Tempo 30 einführt, schüttet man das Kind mit dem Bade aus", sagte Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille. Er sieht mit Blick auf Bonns Infrastruktur, die nicht mit der Bevölkerungsentwicklung mitgewachsen sei, ganz andere Notwendigkeiten. "Tempo 30 sollte auf der Prioritätenliste jedenfalls nicht ganz oben stehen."

Kritik äußerte auch Frank Thomas, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: "Angesichts der extremen verkehrlichen Belastungen, vor denen Bonn in den kommenden Jahren wegen der vielen Sanierungsprojekte, insbesondere Nordbrücke und Tausendfüßler, steht, muss jede weitere Beeinträchtigung des Verkehrsflusses für diesen Zeitraum vermieden werden." Den Vorschlag hält Thomas generell für "unverantwortlich". Als der Hauptausschuss für das Pilotprojekt votiert habe, sei die Notwendigkeit einer Sanierung des Tausendfüßlers noch nicht bekannt gewesen.

Was sagen Sie zu Tempo 30 auf Bonner Hauptverkehrsstraßen? Diskutieren Sie mit!

97 Lesermeinungen - Seite 1/13

Warum kleckern?

Ermündiger | 13.01.2014 14:19

Auf der innerstädtischen Bonner A565 rasen nachts die Laster! Warum nicht für die Tempo 50? Automatisch kontrolliert und abkassiert von zwei Mautbrücken, zwischen denen ganz einfach die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet und dann abgebucht wird. Aber daran verdient die Stadt nichts...

Beruhigung Klufterstraße

Holger Köster | 15.09.2012 12:50

Ich bin der gleichen ansicht wie der CDU-Fraktionschef. Die Bernkastelerst. ist eine Durchgangsstrasse. Vielleicht Tempo 50kmh. Von höherer Priorität ist Tempo 30 in der Klufterstrasse. Täglich viel Radfahrer, Eltern mit Kleinkindern, alte Bürger mit Rollator, 1.klässler zufuß, PKW, LKW, Schulbusse in richtung Klufterplatz. Fahrbahn sehr beengt durch ganztätig parkende PKWs Radfahrer fahren gegen PKWVerkehr, weil ab Penny Einbahnstrasse f.PKW. Ab "In der maar" PKWVerkehr in richtung Godesberg. Von 07.00-08.00h morgens und 14.30-16.30nachmittag abholverkehr Grundschulkinder ivon der Bodelschwinghschule BonnFriesdorf Strasse Wolterweiher. Diese Maßnahme wird von allen bewohnern der Klufterstrasse befürwortet. mit freundlichen Grüssen Holger Köster

Bonner Stadtverwaltung

Pierre | 11.09.2012 08:34

Das ist wieder mal ein Beispiel für die Lethargie um nicht zu sagen Unfähigkeit der Bonner Stadtverwaltung. Anstatt ein nachhaltiges Verkehrskonzept vorzulegen und voranzutreiben werden die Bürger drangsaliert! Klar, Tempo 30 ist erstmal das Einfachste, kostet wenig bzw. bringt sogar noch Geld durch die Kontrollen. Dann kann sich die Verwaltung ja wieder hinlegen. Bei der Prostituiertensteuer oder beim Baumkataster kommt unsere Verwaltung groß raus. Aber alles, was die Stadt weiterbringen würde, wird in den Sand gesetzt oder so in die Länge gezogen, zerredet und abgelehnt. Wer ist endlich mal in der Lage, in diesen Bürokratenhaufen aufzuräumen?

sinnlose Abzocke

Elli | 10.09.2012 12:52

Lärmreduzierung? Ich glaube kaum, wenn man in einem niedrigeren Gang fahren muss. Das ist eher mal wieder Abzocke vom Feinsten!

Tolle Idee

Elke | 09.09.2012 09:13

Vielleicht sollte zunächst einmal die Einhaltung von Tempo30 in bereits bestehenden Zonen kontrolliert werden, z.B, aktuell in Friesdorf in der Ürziger Str., welche als Ausweichstrecke von vielen Fahrern genutzt wird, statt Hauptverkehrsstraßn zu "beruhigen".

Verkehrspolitik in Bonn

bonner | 07.09.2012 21:49

zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass vieles diskutiert, aber nie etwas entschieden wird. Seit ich hierhin zog, habe ich folgende Prijektdiskussionen miterleben können (was zeigt, dass keine Partei besser als die andere funktioniert): Hardbergbahn, Ennertaufstieg, Bahnanbindung BN-Hbf-Flughafen, Venusbergtunnel, Radwegkonzept. Alle Projekte sind jahre- jahrzehntelang diskutiert worde, ohne Ergebnis, nicht mal Ablehnung. Wenn ihr keine Entscheidungen wollt, liebe Politiker, dann lasst euch einfach nicht wählen.

Schön vorschriftsmäßig

Langsamfahrer | 07.09.2012 21:45

30 km/h im ersten Gang. Das hilft sicher.

Die Ideologen vom Dienst...

ELR-21 | 07.09.2012 19:56

wollen wieder zuschlagen. An Bedarf und Praxis vorbei - immer hübsch poltisch korrekt. Ich frage mich ernsthaft, wann einer dieser degenerierten Politiker seinen ganzen Mut und ein wenig Hirn in Einklang bringt und wider alle medienpolitischen Vorgaben die Gängelung des Individualverkehrs zurükfährt. Auch frage ich mich, wer das ernsthaft will! Bis heute werden tolldreist Statistiken munter gefälscht (Feinstaubreduzierungen durch "Umweltzonen"), Tatsachen ignoriert (erhöhter Verbrauch und Lärmimmissionen durch Tempo 30 Zonen). Gleichzeitig werden die tatsächlichen Bedürfnisse ignoriert - wer fährt denn noch in die Stadt? Und wieviele Verbraucher fahren auf die grüne Wiese zum Einkaufen? Und weshalb ist das wohl so? Egal: Hauptsache wir haben die Autofahrer wieder mal tüchtig verarscht und das grüne Gutmenschen befriedigt - Medien inklusive... Nur weiter so!

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