Zukunft im Friesi

Freibadfreunde werden Gastronomen

BAD GODESBERG.  Karneval und Saisoneröffnung, Sommerfest und Friesathlon, Freibadfest und Friesenabend - beinahe könnte man meinen, die Freibadfreunde Friesdorf (FFF) kämen aus dem Feiern nicht mehr heraus. Dabei arbeitet der Vorstand zurzeit an einem ganz anderen Projekt.
Spaß im Friesi 2011: Es dauert nicht mehr lange, und die Saison geht wieder los.
							Foto: Ronald Friese
Spaß im Friesi 2011: Es dauert nicht mehr lange, und die Saison geht wieder los. Foto: Ronald Friese

Am Mittwochabend, Bayern München hatte im Europapokal-Halbfinale soeben den Anschlusstreffer erzielt, beschloss die Jahreshauptversammlung einstimmig: Die FFF übernehmen in "ihrem" Bad die Gastronomie.

Anlass für das neue Betätigungsfeld des Fördervereins ist der Umstand, dass die Stadtverwaltung für den bestehenden Kiosk keinen Pächter mehr gefunden hatte und deshalb bei den Freibadfreunden anfragte, deren Vorstand vorbehaltlich des Mitgliedervotums spontan zusagte.

Auch ein Ortstermin mit Vertretern von Gesundheitsamt, Sport- und Bäderamt, Bauplanungsamt und Städtischem Gebäudemanagement hat bereits zu Einvernehmen geführt: "Nach einer Stunde war die Sache klar", schilderte FFF-Vorsitzende Ingeborg Cziudaj den unkomplizierten Verlauf.

Von der Hausmeisterwohnung aus wollen die Freibadfreunde nun einen Verkaufsstand mitsamt einem kleinen Biergarten betreiben. Erklärtes Ziel ist es, bei Öffnung des Schwimmbades auch die Gastronomie sechs Stunden geöffnet zu halten. Weil dabei einerseits Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit gefragt und andererseits bestimmte Auflagen und Bedingungen zu beachten sind, möchte der Verein die Arbeit an ein Kernteam von Honorarkräften delegieren.

Nicht zuletzt angesichts des zu erwartenden bürokratischen Aufwands, aber auch um den ideellen vom betrieblichen Bereich des Vereins abzugrenzen, wollen die Freibadfreunde für den Betrieb der Gastronomie eine gemeinnützige GmbH gründen, was der Vorstand nun zunächst vorbereiten soll. Auch hierfür gaben die rund 60 anwesenden Mitglieder am Mittwoch ihr Plazet. Die letzte Entscheidung liegt dann bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, zu der gesondert geladen wird.

Ingeborg Cziudaj warb für das Projekt besonders mit dem Argument, dass die Freibadfreunde gar nicht genug Präsenz zeigen könnten, um den Willen zum Erhalt ihres Bades zu dokumentieren. Der aktuelle Stand der Bäderdiskussion beruhigt den Vorstand nicht: Von den Freibädern sei das "Friesi" am meisten bedroht, so lautete am Mittwoch die Einschätzung. Allen Mühen zum Trotz gibt es jedoch am 15. Mai wieder einen Grund zu feiern: Dann wird, sofern das Wetter passt, in Friesdorf die Freibadsaison eröffnet.

Freibadfreunde

Seit 19 Jahren setzen sich die Freibad-Freunde Friesdorf für ihr Schwimmbad ein. Anlass für die Gründung war seinerzeit die drohende Schließung des Familienbades, das der Verein seither mit zahlreichen Aktionen, Festen und Schwimmkursen sowie durch Investitionen und Eigenleistungen mit Leben füllt. Vereinszweck ist seit jeher der Erhalt des Freibades. Von den aktuell 2 317 Mitgliedern sind 1 349 Erwachsene und 968 Kinder.

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