Bürgerstiftung Rheinviertel

Zweite ambulante Palliativschwester im Dienst

Das Unternehmen Bechtle IT unterstützt das Projekt mit einer Spende von 10.000 Euro. Darüber freuen sich Claudia Reifenberg (von links), Maria Maul und Geschäftsführer Waldemar Zgrzebski.

07.10.2015 Bad Godesberg. "Am Anfang und am Ende des Lebens sollte niemand allein sein" - diese Worte richtete Pfarrer Wolfgang Picken vor einigen Jahren während eines Vortrags an Waldemar Zgrzebski, Geschäftsführer des IT-Systemhauses Bechtle.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Systemhauses und der Bürgerstiftung, deren Vorsitzender Picken ist, erinnerte sich Zgrzebski nun daran. Es entstand die Idee, während eines großen Jubiläumsfestes eine Tombola für die Mitarbeiter zu veranstalten.

Der Erlös sollte dabei dem Projekt "Zweite Palliativschwester" der Bürgerstiftung Rheinviertel zugutekommen. Für Zgrzebski stand fest, dass die Firma Bechtle den zustande kommenden Betrag in jedem Fall verdoppeln werde. Für 5000 Euro haben die Mitarbeiter bei der Tombola Lose gekauft. Jetzt konnte Zgrzebski der Bürgerstiftung eine Summe von 10.000 Euro überreichen.

Seit 2007 läuft das Projekt "Ambulante Palliativschwester". Picken berichtete, dass sich das Projekt mit der Zeit im Rheinviertel immer weiter etabliert habe und dass mit zunehmender Akzeptanz auch die Nachfrage in der Bevölkerung gestiegen sei. Deswegen stand für die Bürgerstiftung in diesem Jahr fest, dass eine Vollzeitstelle längst nicht mehr ausreicht. Claudia Reifenberg, seit drei Jahren ambulante Palliativschwester im Rheinviertel, bekommt nun Unterstützung.

Maria Maul hat ihre Arbeit am 1. September aufgenommen. Ursprünglich ist sie gelernte Kinderkrankenschwester und hat bisher viele Erfahrungen in der Betreuung von Kindern gesammelt. Die 53-Jährige wird das Süd- und das Burgviertel betreuen. Zu ihren ersten Aufgaben gehörte, sich bei den Senioren bekannt zu machen, um erstes Vertrauen herzustellen.

Das sei ganz wichtig für ihre Arbeit. Denn, so fügte Reifenberg hinzu, die alten Menschen würden oft Schmerzen einfach tolerieren, weil sie sich dann vitaler fühlten. Sie sehen meist nicht ein, dass es einen Weg gibt, ohne Schmerzen zu leben. Für Schmerzlinderung sorgen die beiden Schwestern durch ihre Betreuung. Eines sei dabei besonders wichtig, unterstrich Maul: "Zeit für die Menschen zu haben."

Diese Zeit wird Maria Maul sich in Zukunft nehmen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin wird sie versuchen, die Patienten bestmöglich zu betreuen. Dabei freut sie sich am meisten "auf die vielen neuen Kontakte mit den Menschen." Dass der neue Job eine Belastung ist, betonte Picken: "Eine Belastung für Physis und Psyche." Deshalb sei er als Vorstand der Bürgerstiftung froh, dass die beiden Schwestern sich auch gegenseitig austauschen können. Maria Maul ist voller Vorfreude: "Für mich ist es ein sehr schönes, befriedigendes Arbeiten." (gjh)