Bauliches Denkmal in Bonn

Zukunft des Amerikanischen Clubs ist ungewiss

Beste Lage nahe am Rhein: eine alte Aufnahme des ehemaligen Amerikanischen Clubs.

Beste Lage nahe am Rhein: eine alte Aufnahme des ehemaligen Amerikanischen Clubs.

Plittersdorf. Noch immer gibt es keine „sinnvolle Nutzung“ für den ehemaligen Amerikanischen Club in Bad Godesberg-Plittersdorf. Darauf macht der Bürger Bund Bonn aufmerksam.

Bernhard Wimmer will wissen, wie der aktuelle Stand der Bemühungen ist, dass das Clubgebäude restauriert und einer dauerhaften Nutzung zugeführt werden könne. Das Gebäude gehöre zu den bedeutenden baulichen Dokumenten, „deren Errichtung und Funktion mit der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn untrennbar verbunden sind“. Der Bürger Bund ist allerdings froh, dass es „aus dem Zugriff der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag gelöst wurde“ und somit vor dem weiteren Verfall gesichert sei.

Auch die Bürgerinitiative „Rettet die Amerikanische Siedlung Plittersdorf“ (RASP) hat den Club immer vor Augen – und mit ihm der Amerikaner Don Jordan. Er kam 1952 als Elfjähriger aus New York mit seinen Eltern und seinem Bruder nach Deutschland, ohne der Sprache mächtig zu sein. Die Amerikanische Siedlung hatte ihm das Einleben erleichtert. Nachdem er 1959 Bonn verlassen hatte, kam er 1966 als Journalist zurück und verbrachte ab dann viel Zeit im Club, „weil dort Gesellschaft und Politik zusammenkamen“, sagte er einmal in einem Vortrag bei RASP. Er habe dort Hintergrundgespräche geführt, und manchmal hätten sich ungeahnte Charaktereigenschaften hoher Politiker offenbart.

„Der Erhalt der Siedlung und des Clubs sind sehr wichtig, nicht nur wegen meiner persönlichen Erinnerungen, sondern auch als Symbol für die Nachkriegspräsenz und -aktivität der Amerikaner und als historische und kulturelle Stätte“, sagte Jordan. Er war am vergangenen Wochenende beim White Dinner in der Siedlung und wieder Feuer und Flamme, was deren Erhalt angeht. „Er kann ja stundenlang Geschichten erzählen“, sagte RASP-Vorsitzender Rolf Fischer.

Der Club wurde in den frühen 1950er Jahren gebaut. Er liegt in der HICOG-Siedlung (High Commissioner of Germany) an der Martin-Luther-King-Straße. Zu Hauptstadtzeiten war er ein Sport- und Freizeitclub für die Mitarbeiter der amerikanischen (und anderer) Botschaft(en). Bis Ende der 1990er Jahre konnten die Tennisanlage, Schwimmbad und Restaurant von den Clubmitgliedern genutzt werden. Staatsoberhäupter wie der damalige US-Präsident John F. Kennedy und der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer kamen in den Club. Als die amerikanische Botschaft im Sommer 1999 nach Berlin zog, wurde der Club geschlossen. Seitdem steht er unter Denkmalschutz.

Schon lange interessiert sich die Bonn International School für das Gebäude. Die Schule würde es gern in ein Zentrum für darstellenden Künste verwandeln. Bisher fehlten dazu aber die finanziellen Mittel und konkrete Pläne.