Zwischen Pracht und Verfall

Zukunft der Kurfürstliche Zeile in Bad Godesberg?

Bad Godesberg. Die kurfürstliche Zeile ist die Vorzeigeadresse der Badestadt. Erst für Kurfürst Max Franz errichtet und dann für die Sommerfrischler des 19. Jahrhundert erweitert, bietet sich heute ein sehr gemischtes Bild.

In den öffentlichen Gebäuden herrscht Sanierungsstau und Leerstand, die an Unternehmen verkauften Villen präsentieren sich frisch saniert. Eine gute Nachricht gab es am Donnerstag im Kulturausschuss. Die Brandschutzmängel in den Musikschulgebäuden Kurfürstenallee 8 und 9 können im laufenden Betrieb saniert werden. Am Mittwoch beschäftigt sich zudem eine Veranstaltung der Volkshochschule mit der Zukunft der kurfürstlichen Zeile.

Frühere Verkaufspläne der Stadt sind ausgesetzt, solange das Leitbild für den Stadtbezirk Bad Godesberg erarbeitet wird. Aktuell investiert das städtische Gebäudemanagement rund 400.000 Euro in den Brandschutz der Musikschule (der GA berichtete). Eine vorübergehender Umzug während der Bauarbeiten sei nicht nötig, berichtete die Verwaltung: „Es wurde bereits mit den Direktmaßnahmen begonnen. Nach Erteilung der Baugenehmigung werden die noch anstehenden baulichen Maßnahmen des Bauantrages schwerpunktmäßig in den Schulferien durchgeführt.“ Einige Maßnahmen könnten auch während der Unterrichtszeit ausgeführt werden. Es sei mit einer Bauzeit von rund 26 Wochen zu rechnen.

Die Musikschule gehört – ebenso wie die anderen Villen und erst recht die Neubauten für Rathaus und Schwimmbad – nicht zur kurfürstlichen Zeile. Nachdem Kurfürst Max Franz um 1790 den Godesberger Mineralbrunnen neu fassen ließ und das Ballhaus (Redoute), das benachbarte Hoftheater (heute Haus an der Redoute) und die Logierhäuser entstanden, erlebte Godesberg seine große Blüte und wurde zu einem bekannten Kurort. An die kurfürstlichen Bauten schlossen sich private Sommervillen vermögender Bürger mit großen Gärten an. Teile der Gärten gingen später in Redoutenpark und Stadtpark über.

Bröckelnder Schriftzug über dem Badeingang

Auch bei der Bäderarchitektur präsentiert sich ein gemischtes Bild: Der Draitschbrunnen ist von Heimatverein und Sponsoren frisch saniert, über dem Kurfürstenbad bröckelt der Schriftzug langsam zu „KRÜRSTNBAD“.

„Adel verpflichtet“ meint die Volkshochschule Bonn und macht die kurfürstliche Zeile am Mittwoch, 21. März, um 18 Uhr zum Thema einer Podiumsdiskussion in ihren Räumen, Am Michaelshof 2. Auf dem Podium diskutieren Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe, Stadtkonservatorin Katrin Bisping, Architekt Nikolaus Decker und Jürgen Endemann vom Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg über die Zukunft. Der Eintritt ist frei.

Um eine Anmeldung mit Angabe der Kursnummer 1345 im Internet unter www.vhs-bonn.de oder per E-Mail an vhs@bonn.de wird gebeten.