Bad Godesberg

Zukunft der König-Fahad-Akademie ist noch unklar

König Fahad-Akademie in Lannesdorf

König Fahad-Akademie in Lannesdorf

Bonn. Ein Arbeitskreis hat ein Konzept, wie das Haus der ehemaligen König-Fahad-Akademie in Lannesdorf für die Integrationsarbeit genutzt werden könnte, entwickelt. Auch eine Nutzung als Bildungseinrichtung ist im Gespräch.

Wie es mit dem Grundstück und dem Gebäude der ehemaligen König-Fahad-Akademie in Lannesdorf weitergeht, ist auch rund zwei Jahre nach der Schließung der Schule weiterhin unklar. Die saudi-arabische Botschaft als Vertreter des Schulträgers, des saudi-arabischen Staates, hielt sich am Dienstag auf GA-Anfrage bedeckt und stellte Antworten für die kommenden Tage in Aussicht. Die Stadt Bonn kündigte eine Stellungnahme zum Stand der Gespräche für Ende kommender Woche an. Die Fragen, ob man vom städtischen Vorkaufsrecht Gebrauch machen möchte und ob es schon Pläne für die künftige Nutzung des Areals an der Mallwitzstraße gibt, könnten dann ebenfalls beantwortet werden.

Fest steht, dass sich einige Bürger und ein Arbeitskreis Gedanken um die Zukunft der Fahad-Akadmie machen. Wie berichtet, war das Grundstück Thema bei der jüngsten Herzenssprechstunde für Lannesdorf und Mehlem. Da nach der Schließung der Bauernschänke der Dorfsaal in Lannesdorf fehle, sei man offen für eine mögliche Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes, so einige Vertreter des Orts. Nun schaltet sich auch der Bonner Arbeitskreis (AK), in dem unter anderem Träger von Integrationsangeboten und Migrationsberatungsstellen sitzen, in die Diskussion ein. Die Stadt sollte nach Meinung des AK „ihr Zugriffsrecht nutzen“, sagte Sprecher Edgar Köller von der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE).

Folgenutzung als Bildungseinrichtung

„Es gibt mehrere Möglichkeiten“, führte er aus. Die nächstliegende sei die Folgenutzung als Bildungseinrichtung. Schließlich sei die Akademie keine Moschee, sondern eine „technisch auf hohem Niveau eingerichtete Schule“. Daher könnte dort weiter unterrichtet werden, und zwar „ohne große Umbaumaßnahmen“. Das aber sei nur ein Vorschlag. So sei die städtische Wirtschaftsförderung an den AK herangetreten und habe ihn „ermutigt, ein Konzept zu entwickeln, wie man das Haus für die Integrationsarbeit nutzen könnte“, so Köller. Das habe man prinzipiell für gut befunden, sei derzeit dabei, die Lage zu sondieren.

Die Idee: Diejenigen, die im Arbeitskreis vertreten seien – dazu gehören laut Köller Jobcenter, Ausländer- und Jugendamt, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und ehrenamtliche Einrichtungen – sollten dort gemeinsam eine Dependance errichten. Dafür würde einiges sprechen, sagte der AK-Sprecher. „Wir sind mitten im Kietz, es gibt hier einen hohen Anteil an Migranten und der Standort ist gut mit dem Bus zu erreichen.“ Darüber hinaus sei gegenüber eine Kita geplant. Mit dieser könne man sich Kooperationen vorstellen.

Diesen Vorschlag habe man in der jüngsten AK-Sitzung vorgestellt, die Resonanz sei „höflich positiv“ gewesen. Denn es gebe ein Problem: Informationen flössen nur spärlich, man wisse nicht, welche Möglichkeiten man habe. Und weil nicht sicher sei, wie es weitergehe, „gibt es noch keine Absichtserklärungen von Ämtern oder Trägern“. Das werde sich vermutlich ändern, wenn es Klarheit gebe – eventuell schon beim nächsten AK-Treffen im September.