Kirchturm in Rüngsdorf

Zeitenwende an der Erlöserkirche

Rüngsdorf. Neue Zeiten brachen am Dienstag für die evangelische Erlöserkirche an der Rüngsdorfer Straße an. Die drei Ziffernblätter am Kirchturm wurden gegen neue ausgetauscht, moderne Antriebsmotoren installiert sowie eine neue Funkuhr montiert.

„Es ist gewissermaßen auch ein Zeichen, dass das jetzt zum Ende des Kirchenjahres geschieht“, meinte Pfarrer Daniel Post. „Gerade im Monat November, wo sich Fragen an Zeit und Ewigkeit vielen Menschen noch einmal in besonderem Maße stellen, ist das natürlich ein besonderer Zeitpunkt.“

Die Ziffernblätter der 1880 errichteten Kirche, die Richtung Rüngsdorf, Villenviertel und Godesberger Innenstadt installiert wurden, waren schlicht in die Jahre gekommen. Oder in den Worten von Pfarrer Norbert Waschk: „Unsere Turmuhr wusste leider nicht mehr immer so ganz genau, was die Stunde geschlagen hatte. Es gab immer wieder Abweichungen und auch Aussetzer beim Glockenschlag. Ebenso waren die Ziffernblätter durch Wind und Wetter arg in Mitleidenschaft gezogen und an vielen Stellen verrostet.“

„Schon vor etwa acht Jahren zeigten sich erste Roststellen“, berichtete auch Küsterin Annegret Kadur. Und vor etwa eineinhalb Jahren begannen sich erste Fehlfunktionen einzuschleichen. Als zu Beginn des Jahres auch der Glockenschlag zur vollen Stunde ausblieb, musste etwas passieren. Nach einem Besuch des Glockenbeauftragten der Landeskirche im Frühjahr ging das Presbyterium ans Werk und entschied, für knapp 15 000 Euro neue Ziffernblätter und Motoren zu ordern. Beauftragt wurde die Firma Hörz aus dem badischen Biberach, die für die komplette Umrüstung drei Tage veranschlagte. „Zur Umrüstung gehört auch eine neue Funkfernsteuerung für die Glocken, die man jetzt sogar aus einem Kilometer Entfernung betätigen kann“, berichtete Ralf Janke von der Firma Hörz.

Die bisherigen Ziffernblätter mit einem Durchmesser von 1,20 Meter aus Zinkblech wurden ausgetauscht gegen neue Ziffernblätter aus Alu. Mithilfe eines Hubwagens begannen Ralf und Sven Janke in luftiger Höhe von etwa 20 Metern mit dem Austausch der Scheiben, die jetzt auch in Form der römischen Ziffern besser ins Auge fallen.

Begleitet wurde die Umrüstung innerhalb der Gemeinde mit einer großen Spendenaktion. Das Presbyterium hatte die Gemeindemitglieder gebeten, durch eine Spende die Überholung der Turmuhr und Läutemaschine und die Erneuerung der Ziffernblätter zu unterstützen, da die Gemeinde die sonstigen Mittel im Moment ganz auf den Neubau des Gemeindezentrums konzentrieren muss. „Die Spendenaktion, bei der bislang rund 4000 Euro zusammenkamen, wird auch noch fortgesetzt“, meinte Pfarrer Post.

Der Kirchturm der evangelischen Kirche, die Ende des 19. Jahrhunderts quasi noch auf freiem Feld stand, ist also jetzt wieder ein echter Hingucker. Und zu hören gibt es ab sofort natürlich auch wieder etwas, und zwar alle 15 Minuten bis in den Abend hinein. „Die Programmierung der Läuteordnung kann weiterhin von einem kleinen Nebenraum im Erdgeschoss der Kirche vorgenommen werden. Die Anwohner hören jetzt wieder um viertel nach einen Schlag, um halb zwei Schläge, um viertel vor drei und zur vollen Stunde vier Schläge plus noch einmal die Anzahl der jeweiligen Uhrzeit“, so Annegret Kadur. Und zwar von sieben Uhr morgens bis 22 Uhr abends.“

Weitere Informationen zum Spendenkonto finden Interessierte auch auf der Internetseite der Erlöserkirchengemeinde unter www. erloeserkirchengemeinde.de.