Der Landtagsabgeordnete Christos Katzidis macht sich ein Bild von der ehrenamtlichen Arbeit

Wir-Gefühl im Suppenhimmel

Christos Katzidis mit Ehrenamtlichen vom Suppenhimmel (v.l.): Susanne Langer-Greipl, Donata von Siegfried, Freya von Gager und Sylvie von Frankenberg.

Christos Katzidis mit Ehrenamtlichen vom Suppenhimmel (v.l.): Susanne Langer-Greipl, Donata von Siegfried, Freya von Gager und Sylvie von Frankenberg.

Bad Godesberg. Blumen stehen hübsch drapiert in kleinen Vasen auf den Tischen im Suppenhimmel hinter der Kirche Sankt Marien mitten in Bad Godesberg. Hier treffen sich rund 60 Menschen jeden Tag.

Ruhige, freundliche Atmosphäre prägt das Bild. Eben diese angenehme Atmosphäre beeindruckte den Landtagsabgeordneten Christos Katzidis besonders. Er wollte sich ein Bild von der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort machen.

Das könne man am besten, wenn man einfach mit anfasse, erklärte er. So reichte er eine Mittagsschicht lang selbst Suppe an alle, die an diesem Tag herkamen.  

"Es gab kein lautes oder böses Wort. Die Leute hier sind trotz ihrer manchmal sehr schweren Schicksale positiv gestimmt", beschrieb Katzidis seinen Eindruck. "Hier schaffen Menschen mit ehrenamtlichem Engagement einen Platz, der von den Leuten auch angenommen wird.

"Einen ähnlichen Eindruck habe er auch bei seinem kürzlichen Besuch des Lotsenpunktes gewonnen. "Hier stellt man tolle Angebote auf die Beine. Hier zeigt sich, dass das gesellschaftliche Miteinander vom ehrenamtlichen Engagement lebt."

Seit drei Jahren öffnet der Suppenhimmel täglich außer Sonntag von 12 Uhr bis 14 Uhr seine Türen. Hierher kommen Obdachlose, Menschen, die deutlich unter der Armutsgrenze leben, oder solche, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr selbst versorgen können, erfuhr man von Pfarrer Wolfgang Picken.

Im Wechsel reichen hier rund 40 ehrenamtliche Kräfte in kleinen Teams ein kostenloses, täglich wechselndes Mittagessen. "Den Nachschlag mitgerechnet gehen hier oft knapp 100 Portionen", sagte Silvie von Frankenberg, die regelmäßig hier Dienst tut.

Die Initiative für das Projekt war von drei Jahren vom Pfarrer ausgegangen. "So etwas in der Art schwebte mir schon immer vor", erzählte er. "Konkret wurde die Idee aber erst in einem Gespräch mit Marion Hauck von der Godesburg. Sie hatte sofort zugesagt, dass ihr Restaurant als Lieferant dabei sei, wenn wir das in Angriff nähmen."

Überrascht von der schnellen Zusage fragte der Seelsorger bei weiteren Gastronomen an. "Sechs Anrufe, sechs Zusagen", berichtete er von der beachtlichen Bilanz. Kurze Zeit danach organisierten die ehrenamtlichen Helfer Dienste für je zwei Stunden an sechs Tagen und standen regelmäßig in der Küche oder an der Essensausgabe.
 

Das Angebot wurde schnell angenommen. "Einige Gäste kommen von Anfang an", so von Frankenberg. Pfarrer Picken bestätigte, was auch Christos Katzidis beeindruckt hatte: "Hier geht es nicht nur um die reine Essensausgabe, sondern um das gesellschaftliche Miteinander, um ein gelebtes Wir-Gefühl."