1,49 Meter Stammumfang

Winterlinde am Aennchen in Bad Godesberg gefällt

Bad Godesberg. Laut der Bonner Stadtverwaltung war die alte Linde nicht mehr verkehrssicher. Auch im Aennchen tut sich etwas: Der Besitzer will den Innenhof überdachen.

Die Winterlinde im Innenhof des Aennchens ist Geschichte. Am Mittwoch wurde der Baum gefällt und zersägt. Die Maßnahme war genehmigt, teilte Isabel Klotz vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage mit. Mit Bescheid vom 18. September sei die Linde, die einen Stammumfang von 1,49 Meter hatte, zur Fällung freigegeben worden. „Grund für die Genehmigung war die sehr hohe Beeinträchtigung des Innenhofes durch Wurzelhebung“, begründete Klotz. Außerdem seien die Wurzeln bereits bis zum Nachbargebäude vorgedrungen, hätten dort Kontakt mit der Fassade gehabt.

Um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, „musste der Bodenbelag des Innenhofes erneuert werden“. Im Zuge dieser Arbeiten hätten zahlreiche Wurzeln beschädigt und entfernt werden müssen, die notwendig gewesen seien, und zwar für die Standsicherheit und die Versorgung des Baumes. „Ein Gutachten zur Beurteilung der Situation lag vor“, teilte Klotz mit. Gerüchte, dass der Besitzer des Aennchens plant, den Innenhof mit einer Kuppel zu versehen, bestätigte das Presseamt indirekt. Denn: „Ein Antrag zur Überdachung des Hofs liegt der Verwaltung vor“, so Klotz.

Wie berichtet, war der neue Eigentümer des Aennchens, Khaled Hamed, vor gut eineinhalb Jahren an die Öffentlichkeit gegangen und hatte seine Pläne vorgestellt. Das Restaurant „à la Aennchen“ sollte italienisch-rheinisch-internationale Küche anbieten. Seitdem allerdings hat sich so gut wie nichts mehr getan. Zwischenzeitlich war sogar die Gaststättenerlaubnis erloschen.

Nun allerdings kommt Bewegung in die Sache. Wie aus einer Antwort der Stadt auf eine Große Anfrage des Bürger Bund Bonns (BBB) zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung hervorgeht, liegen der Stadt derzeit Pläne zum Umbau und zur Erweiterung der bestehenden Gaststätte vor. Ob dem stattgegeben wird, steht indes noch nicht fest.

„Das Prüfverfahren ist noch nicht abgeschlossen, derzeit werden Fachdienststellen um Stellungnahmen gebeten“, heißt es in der Vorlage. Doch selbst, wenn die Verwaltung grünes Licht gibt, heißt das noch nichts. Denn die Erteilung der Baugenehmigung ist das Eine. Ob der Bauherr dann allerdings wirklich tätig wird, liegt in seiner Hand.

Das Gebäude, das in den 1970er Jahren errichtet wurde, umfasst nicht nur das Restaurant. In dem Nachbau der historischen Gaststätte befindet sich außerdem eine Wohnung, die laut Stadt bereits im Januar 1974 genehmigt worden ist. „Der neue Bauantrag sieht den Erhalt dieser Wohnung vor“, so die Verwaltung.

Ob diese für kurze Zeitabschnitte – zum Beispiel an Medizintouristen – vermietet werden würde, wollte der BBB wissen. „Eine etwaige Kurzzeitvermietung der genehmigten Wohnung ist der Verwaltung nicht bekannt“, heißt es. Allerdings würde dies ohnehin nicht verfolgt werden, „da die Zweckentfremdungssatzung erst ab drei Wohneinheiten je Gebäude gilt“, so die Stadt weiter.

Die Bezirksvertretung Bad Godesberg tagt das nächste Mal am Mittwoch, 27. März. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Stadthalle, Koblenzer Straße 80.