Planung mit vielen Unbekannten

Wie geht es weiter mit der Stadthalle in Bad Godesberg?

BAD GODESBERG. Abriss und Neubau oder Sanierung bei laufenden Betrieb und eine Verlängerung der Pacht über Mitte 2020 hinaus? Die Politik sucht eine gemeinsame Marschrichtung für die Stadthalle.

Abriss und Neubau oder Sanierung bei laufenden Betrieb und eine Pachtverlängerung über Mitte 2020 hinaus? Diese Optionen waren die Zutaten einer ausgiebigen Diskussion über die Zukunft der Stadthalle am Mittwochabend in der Bezirksvertretung Bad Godesberg. Da die Verwaltung bislang noch kein Konzept vorgelegt hat, versuchten die Politiker eine gemeinsame Marschrichtung zu finden. Das Ziel: "Man muss in die Pötte kommen", wie es Lutz Beine (SPD) formulierte. Einige Parteien haben sich in den vergangenen Wochen von Fachleuten der Verwaltung und Pächter Thomas Weiermann durch die Räume der Stadthalle führen lassen, um sich ein Bild von den Schäden machen zu können. Dabei haben sich zwei Hauptmeinungen herausgebildet.

Die CDU will unbedingt einen Leerstand ab 2020 vermeiden, wenn Weiermann eigentlich aufhören will. "Es gibt im Moment aber noch zu viele Unbekannte", sagte Fraktionschef Philipp Lerch. Da zum Beispiel viele Arbeiten noch europaweit ausgeschrieben werden müssen, sei mit einem pünktlichen Baubeginn nicht mehr zu rechnen. Der Pächter habe nun zugesagt, dass er noch zwei Jahre weitermachen will. Das wollte die CDU ihm per Dringlichkeitsantrag zugestehen. Die Verwaltung solle in der Zeit die genauen Sanierungspläne fertigstellen.

Details müssten jetzt erarbeitet werden, findet Wolfgang Heedt (FDP). Die Idee der CDU werde alles nur rauszögern, was auch Hillevi Burmester (SPD) so sieht. Im Herbst gebe es eine Entscheidung zum Thema Bonner Oper. Dann wäre auch klar, ob Bad Godesberg im Kurpark ein Mehrspartenhaus für Oper und Theater bekomme oder nicht.

Mario Heinen von der städtischen Wirtschaftsförderung gab an, dass sich im Idealfall der 30. Juni 2020 als Sanierungsbeginn noch halten ließe. "Da darf aber nichts dazwischenkommen", meinte er. Man wolle sich nun eine Empfehlung für ein Sanierungskonzept einholen und die denkmalpflegerischen Untersuchungen auf den Weg bringen. Was eine unter anderem von Juppi Schaefer (Die Godesberger) und der FDP gewünschten Sanierung bei laufendem Betrieb angeht, gab Heinen zu bedenken, dass zentrale Wasser- und Elektroleitungen marode sein könnten. "Dann haben wir keine Toiletten und keinen Strom mehr", sagte er. Belastbare Informationen versprach er für den Herbst.

Laut einstimmigen Beschlüssen soll die Stadt nun zeitnah alle für die Sanierung wichtigen Details klären und zudem mit Weiermann über die Verlängerung seiner Pacht auf bis zu zwei Jahre verhandeln. Nach der Sommerpause wird weiterdiskutiert.