Engagement in Bad Godesberg

Wettersäule kehrt zum Draitschbrunnen zurück

Freuen sich über den neuen alten Platz für die historische Wettersäule: Bezirksbürgermeister Christoph Jansen (von links), Albert Brancato, Alois Schüller, Petra Barthel, Franz Messinger und Martin Ammermüller.

Freuen sich über den neuen alten Platz für die historische Wettersäule: Bezirksbürgermeister Christoph Jansen (von links), Albert Brancato, Alois Schüller, Petra Barthel, Franz Messinger und Martin Ammermüller.

Bad Godesberg. Dank des Bad Godesberger Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte steht der Obelisk wieder an seinem ursprünglich Aufstellungsort. Die Säule gibt Informationen zur aktuellen Temperatur, zur Luftfeuchtigkeit und zum Luftdruck.

Im Jahr des 150. Jubiläums hat sich der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte (VHH) einige besondere Aktionen einfallen lassen. Jüngst erschien der 56. Band der Bad Godesberger Heimatblätter, in denen unter anderem der Verein seine Historie Revue passieren lässt. Am Samstag brachten die Mitglieder um den Vereinsvorsitzenden Michael Ammermüller die historische Wettersäule aus dem Jahre 1876 an die Draitschquelle zurück. Nun steht der Obelisk, der in der Vergangenheit mehrfach seinen Platz wechselte, nicht mehr an der Stadthalle, sondern an seinem ursprünglichen Aufstellort.

In einer kleinen Feierstunde würdigte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen die den Stadtteil prägende Arbeit des Vereins. Ammermüller stellte anschließend die Säule der Öffentlichkeit vor. „Unsere Erwartungen sind mehr als erfüllt“, sagte der erste Vorsitzende. Die 2,85 Meter hohe Wettersäule sei das fehlende i-Tüpfelchen für die Neuanlage des Draitschbrunnens und die vor vier Jahren wiederhergestellte Schmuckmauer. Das historische Kleinod wurde 1876 am Anfang der Brunnenallee, wenige Meter von der Redoute entfernt, errichtet – auf Betreiben des Verschönerungs-Vereins Godesberg (VVG), des VHH-Vorgängers. Aufstellungsdatum und Vereinskürzel sind daher bis heute auf dem Sandstein-Obelisken zu lesen. Damit sei sie das älteste in der Öffentlichkeit sichtbare Zeichen des Vereins, so Ammermüller.

Damals wie heute sei das Wetter Anknüpfungspunkt für kleine Plaudereien bei Begegnungen der Menschen, sagte der Vorsitzende. Ob mit dem Smartphone oder an einer Säule sei dabei nicht sonderlich relevant, denn auch „die jüngeren Generationen führen nicht nur Gespräche über ihr Smartphone, sondern gelegentlich auch von Angesicht zu Angesicht.“ So finden Spaziergänger und Heilwassergenießer am Draitschbrunnen nun Informationen zur aktuellen Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und – für manchen das Wichtigste – den Luftdruck. Das Barometer nämlich zeigt wie schon vor 150 Jahren das Wetter der nahen Zukunft an. Liegt der Druck hoch, so dürfen sich die Bad Godesberger noch eine Weile der Auswirkungen eines Hochdruckgebiets und damit sonnigen Wetters erfreuen. Wandert die Nadel des Messgeräts langsam auf niedrigere Werte, gilt es die Jacke aus dem Schrank zu fischen. Fällt die Nadel noch tiefer, hilft nur noch der Regenschirm. Durch die abendliche Beleuchtung an diesem Platz wird die klassische Wetteranzeige auch in Dämmerung oder winterlich-frühabendlicher Dunkelheit gut zu finden sein.

Die Rüngsdorfer Ortsausschussvorsitzende Monika Gottmann freute sich über den Umzug der Säule, denn nun käme diese wieder würdig zur Geltung. Als Vereinsmitglied habe sie zwar gewusst, wo sie vorher gestanden habe. „Nicht Eingeweihte hätten die Säule aber eher nicht gefunden“, vermutete sie. Ein anderer Besucher genoss vor der Säule stehend das von Brunnenmeister Helmut Fiehl gereichte Wasser aus der Kurfürstenquelle. Ebenso wie das Wasser der Draitschquelle hat es seinen Ursprung in rund 3000 Metern Tiefe und wurde zu diesem besonderen Tag von Fiehl spendiert.