Kommentar zu Schwimmbad im Konrad-Adenauer-Gymnasium

"Weitreichend" bedeutet wohl auch teuer

Die defekte Filteranlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium: Unter dem linken Deckel lugt die Innenverkleidung hervor.

Die defekte Filteranlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium: Unter dem linken Deckel lugt die Innenverkleidung hervor.

Bad Godesberg. Was die Stadt zur Reparatur der Filteranlage im Lehrschwimmbecken des Konrad-Adenauer-Gymnasium vermeldet, ist nicht plausibel. Dabei brauchen Schule und Vereine Klarheit.

Erst hieß es, das städtische Gebäudemanagement habe die Reparatur der Filteranlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) aus Personalmangel nicht angehen können. Jetzt soll die Reparatur des Schwimmbads bereits „unmittelbar nach dem Schadensereignis“ in die Wege geleitet worden sein.

Ja, was denn nun? Auch in der Kommunikation der Stadt sind offenbar die Filter defekt – die Informationen, die bisher durchgesickert sind, sind jedenfalls mehr als trüb. Aber egal, wer wann wen beauftragt hat: Für das Lehrschwimmbecken und seine Nutzer ändert das erst mal nichts. Den Satz der Verwaltung „es ist daher davon auszugehen, dass das Lehrschwimmbecken im Konrad-Adenauer-Gymnasium nicht kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden kann“ kann man auch so lesen, dass es langfristig geschlossen bleibt.

Das ist der eigentliche Skandal: Schulturnhalle und Lehrbecken waren nach einer umfangreichen Sanierung (470.000 Euro) gerade mal zwei Jahre in Betrieb. Der Laie fragt sich: Was nützen ein neuer Hubboden, neue Kacheln und Toiletten, wenn die Badtechnik dahinter offenbar antik ist? Die Stadt jedenfalls begründet die Verzögerung mit dem Baujahr des defekten Filters, dessen Austausch „weitreichende weitere Maßnahmen“ erforderlich mache. Man könnte vermutlich „weitere teure Maßnahmen“ ergänzen.

Selbst wenn ein neues Schwimmbad in Dottendorf unter der Regie der Stadtwerke irgendwann gebaut sein sollte – die Stadt Bonn kommt nicht drum herum, ihre eigenen Bäder funktionsfähig zu halten. Ersatzteile für einen Schwimmbadfilter bekommt man nicht im Baumarkt. Aber wenn das SGB bereits Ende Januar gehandelt hat, sollte zumindest ein Liefertermin für die Ersatzteile feststehen.

Die zehn betroffenen Schulen und die Vereine müssen wissen, wann sie wieder mit dem KAG-Schwimmbad als Sportstätte planen können.