Evangelischer Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel

Weiterhin 50.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis

Engagieren sich für Flüchtlinge: Claudia Müller-Bück, Jessica Hübner-Fekiri, Anne Mäsgen und Matthias Mölleken (von links).

Engagieren sich für Flüchtlinge: Claudia Müller-Bück, Jessica Hübner-Fekiri, Anne Mäsgen und Matthias Mölleken (von links).

Bad Godesberg. Die Synode des Kirchenkreises debattiert nicht nur über Flüchtlinge, sondern auch über Kirchenkreisgrenzen und die Zahl der Kirchengebäuden.

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel wird ihre hauptamtliche Flüchtlingsarbeit 2018 und 2019 erneut mit jeweils bis zu 50.000 Euro fördern. Das beschloss das Parlament der 13 Gemeinden von Godesberg bis Swisttal am Samstag einstimmig im Erlöserkirchen-Gemeindesaal. Superintendent Mathias Mölleken hatte sich besorgt über die auch im Kirchenkreis zweistelligen Wahlerfolge der AfD gezeigt. Die Partei schüre offen Ängste und Verunsicherungen, sagte er. Die Protestanten nähmen aber bewusst weiter „die komplexe Aufgabe der Integrationshilfe und -begleitung“ wahr. Er schlug vor, sie ab 2020 hauptamtlich in einem Flüchtlingsreferat zu verankern.

Die Koordinatorinnen Jessica Hübner-Fekiri und Anne Mäsgen berichteten, dass sich allein in Bad Godesberg an acht Standorten regelmäßig 200 Menschen für die Integration Geflüchteter engagierten. Weitere 100 helfen beim Spracherwerb, bei Hausaufgaben, beim Dolmetschen oder Begleiten zu Arztbesuchen. In Meckenheim, Rheinbach und Swisttal arbeite man mit dem Diakonischen Werk Bonn und Region zusammen. Auch in Euskirchen sorge eine Fachkraft für Vernetzungsarbeit. Eckart Wüster berichtete als Superintendent des Kirchenkreises Bonn, dass auf seiner Synode nächstes Wochenende ebenso der Antrag auf Weiterförderung der Flüchtlingsarbeit vorliege.

Applaus für Pfarrer Siegfried Eckert

Mit großem Applaus dankte die Synode dann ihrem Team um Pfarrer Siegfried Eckert, das kürzlich die Reformationsgala für beide Kirchenkreise ausrichtete. Für 5000 Gäste im Telekom Dome und 320.000 Zuschauer an den TV-Geräten habe man wunderbar für Kirche geworben.

Laut Mölleken werden für die Kosten von 390.000 Euro noch weitere Spender gesucht. Die Kirchenkreise hätten je 30.000 Euro – unter den großen Spendern die Landeskirche bislang 150.000 Euro und das Land NRW 50.000 Euro – gezahlt. Hinzu kamen Einnahmen durch unter anderem die 5000 Eintrittskarten. Schließlich verabschiedete die Synode ihren Haushalt für 2018 mit einem Gesamtvolumen von 3,14 Millionen Euro. 799.000 Euro fließen in Bildung und Erziehung, 787.000 Euro in diakonische und soziale Arbeit, 451.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge.

Durchaus kontrovers wurde zu den Strukturen der drei Bonner Kirchenkreise diskutiert. Mölleken schlug vor, Grenzen flexibler zu gestalten, um größere Synergien zu erzielen. Pfarrer Siegfried Eckert forderte, endlich die Zusammenlegung von Bad Godesberg-Voreifel und Bonn anzustreben. Empört reagierten mehrere Pfarrer auf die von Mölleken erwähnte Frage der Landeskirche, ob in Bad Godesberg denn weiter so viele Kirchengebäude gebraucht würden. „Kirchen zu schließen ist, wie wenn ich eine Kuh trockenstelle“, betonte Pfarrer Oliver Ploch. Kirchen seien in der heutigen Welt „der letzte Fingerzeig Gottes“.