Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

Von der Schulbank in den Bonner Hörsaal

Die Schüler freuen sich, als Alina Rudi-Syed (r.) die Urkunden überreicht. Mit dabei: (v.l) Gisela Schütz und Long Nguyen.

Die Schüler freuen sich, als Alina Rudi-Syed (r.) die Urkunden überreicht. Mit dabei: (v.l) Gisela Schütz und Long Nguyen.

Plittersdorf. Wie ist das so zu studieren? Oberstufenschüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule haben das an der Uni Bonn ausprobiert - ein Ausflug in fluviale Prozesse und die tiefsten Windungen der Informatik.

Als Neuling kann man sich in der Bonner Uni durchaus schon mal verlaufen. Diese Erfahrung machte die 17-Jährige Johanna Holter. Sie ist eine von 17 Oberstufenschüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule, die in den Herbstferien ein Schnupperstudium absolvierten und am Mittwoch dafür ihre Urkunden erhielten.

Dabei handelt es sich um das Pilotprojekt „Studium? Läuft!“ des Deutschen Studentenwerks und der Stiftung Mercator, das in Bonn vom Studierendenwerk in Godesberg erstmals umgesetzt wird. „Es ist auf alle Jugendlichen ausgelegt, die studieren wollen“, sagte Organisatorin Alina Rudi-Syed. „Die Schüler hatten Vorlesungen und Seminare unterschiedlicher Fachrichtungen besucht“, so Studien- und Berufskoordinatorin Gisela Schütz. „Sie hatten freie Auswahl.“

Studenten wie Long Nguyen betreuten die Gruppe ehrenamtlich als sogenannte Bildungsvorbilder. „Geographie hat mich am meisten interessiert“, sagte Holter. Allerdings wisse sie nach den Vorlesungen über fluviale Prozesse (Flussbildung) und die postmigrantische Gesellschaft (das ist im Fachjargon die durch Migration geprägte Gesellschaft von heute) noch nicht, „ob ich dabei bleibe“.

Lea Ullmann ist sich dagegen sicher, mit Deutsch ihr Traumfach gefunden zu haben. In einer Englisch-Vorlesung sei sie aber fast am Akzent der Professorin gescheitert. So ging es auch Caio Atella Hoedtker bei einem Informatikvortrag über Wahrscheinlichkeiten – ebenfalls auf Englisch mit indischem Akzent. „Physik war aber cool“, sagte der 17-Jährige. Die Jugendlichen waren sich am Ende einig, um eine Erfahrung reicher geworden zu sein.